Ärzte Zeitung, 28.02.2007

Ist die Nase chronisch verstopft, droht Schlafapnoe

Topisches Glukokortikoid wird ein- bis zweimal am Tag in die Nase gesprüht / Keine systemischen Wirkungen

BERLIN (gvg). Bei Patienten mit chronisch verstopfter Nase, etwa wegen einer allergischen Rhinitis, können topische Glukokortikoide wie Mometason die Lebensqualität verbessern. Zur Abklärung der Ursache ist in jedem Fall eine umfangreiche Diagnostik empfehlenswert.

Ursache einer chronisch verstopften Nase kann eine allergische Rhinitis sein. Die Beschwerden sind lästig. Es kann auch zu einer Schlafapnoe kommen. Foto: dpa

Für manche Menschen ist eine nasale Obstruktion nicht nur in der Schnupfensaison ein Thema. Wer dauerhaft das Gefühl hat, nicht genug Luft durch die Nase zu bekommen, leidet oft erheblich unter den Beschwerden. Das gilt auch dann, wenn die Nase in der Endoskopie anatomisch frei erscheint.

Nicht nur psychologisch, auch medizinisch kann die nasale Obstruktion von Bedeutung sein. "Die chronisch verstopfte Nase ist bei vielen Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe assoziiert", sagte Professor Jürgen Lamprecht von der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Alfred-Krupp-Krankenhaus in Essen. Die Folgen sind Tagesmüdigkeit, kardiovaskuläre Probleme und eine erhöhte Unfallgefahr.

Eine chronische Obstruktion der Nase müsse deswegen unbedingt abgeklärt werden, forderte Lamprecht auf einem von essex pharma unterstützten Symposium in Berlin. Zum diagnostischen Procedere gehören dabei unter anderen die nasale Endoskopie und ein Allergietest.

Histopathologisch liege bei den meisten Patienten mit nasaler Ob-struktion eine Entzündung der Schleimhäute vor. "Goldstandard ist deswegen die Therapie mit topischen Steroiden wie Mometason", so Lamprecht. Bei Anwendung von Mometason (Nasonex®) gebe es wegen der lokalen Applikation nicht die von oralen Kortikoiden bekannten systemischen Wirkungen. Daher sei auch eine Langzeittherapie möglich. Mometason wird als Spray ein- bis zweimal täglich intranasal appliziert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

Konsequente Strategie gegen Diabetes

Angesichts der epidemischen Zunahme von Diabetes-Patienten in Deutschland, muss die nächste Bundesregierung unbedingt den Nationalen Diabetesplan umsetzen. mehr »