Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Allergieprävention à la Naturvolk

Von Werner Stingl Veröffentlicht:

Die Frage, wie lange Kinder ausschließlich zu stillen sind und ab wann wie welche Beikost zugefüttert werden sollte, wurde in den letzten Jahren immer wieder kontrovers diskutiert. Um hier eine Antwort zu finden, könnte vor allem auch hilfreich sein, zu ergründen, welche Vorgaben uns die Evolution mitgegeben hat.

Diesbezüglich lohnt ein Blick auf Naturvölker. Trotz erheblicher ethnischer, habitueller, klimatischer und sonstiger Unterschiede fallen dabei zwei Gemeinsamkeiten auf. Erstens: Es wird zwar bis zu mehreren Jahren gestillt, aber nicht ausschließlich, denn es wird bereits nach wenigen Monaten Beikost zugefüttert. Zweitens: Die Beikost wird zunächst vorgekaut serviert. Wäre denkbar, dass diese auch bei Primaten und vielen anderen Säugetieren verbreitete Mund-zu-Mund-Fütterung die an den Nachwuchs weitergereichte Nahrung nicht nur mit elterlichen Immunfaktoren wie etwa sekretorischem IgA, sondern auch mit elterlichen Toleranzfaktoren anreichert und sie so verträglicher macht. Ob es sich lohnt, in diese Richtung weiterzudenken, darüber könnte vielleicht schon ein einfacher In-vitro-Versuch Aufschluss geben, der untersucht, wie sich das allergene beziehungsweise immunogene Potenzial eines bestimmten Nahrungsmittels durch gründliches Kauen und Einspeicheln verändert.

Lesen Sie dazu auch: Mehr Immuntoleranz, weniger Allergien

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kleine konkrete Schritte

So lassen sich Patienten zu mehr Therapieadhärenz motivieren

Lesetipps
Eine Frau liegt entspannt vor dem Meer in einer Hängematte.

© Peera_Sathawirawong / Getty Images / iStockphoto (Symbolbild mit Fotomodell(en))

Dritthäufigste Reiseerkrankung

Reisedermatosen: Wie vorgehen bei den drei häufigsten Tropenparasiten?

KI erleichtert Hackern Angriffe ernorm. Praxen sollten zumindest einmal überlegen, ob sie sich gegen solche Störungen absichern wollen, etwa mit Blick auf den Betriebsstillstand.

© Klaus Ohlenschläger / picture alliance

Für wenige Hundert Euro im Jahr

Warum Ärzte über eine Cyberversicherung nachdenken sollten