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Kommentar

Allergieprävention à la Naturvolk

Von Werner Stingl Veröffentlicht:

Die Frage, wie lange Kinder ausschließlich zu stillen sind und ab wann wie welche Beikost zugefüttert werden sollte, wurde in den letzten Jahren immer wieder kontrovers diskutiert. Um hier eine Antwort zu finden, könnte vor allem auch hilfreich sein, zu ergründen, welche Vorgaben uns die Evolution mitgegeben hat.

Diesbezüglich lohnt ein Blick auf Naturvölker. Trotz erheblicher ethnischer, habitueller, klimatischer und sonstiger Unterschiede fallen dabei zwei Gemeinsamkeiten auf. Erstens: Es wird zwar bis zu mehreren Jahren gestillt, aber nicht ausschließlich, denn es wird bereits nach wenigen Monaten Beikost zugefüttert. Zweitens: Die Beikost wird zunächst vorgekaut serviert. Wäre denkbar, dass diese auch bei Primaten und vielen anderen Säugetieren verbreitete Mund-zu-Mund-Fütterung die an den Nachwuchs weitergereichte Nahrung nicht nur mit elterlichen Immunfaktoren wie etwa sekretorischem IgA, sondern auch mit elterlichen Toleranzfaktoren anreichert und sie so verträglicher macht. Ob es sich lohnt, in diese Richtung weiterzudenken, darüber könnte vielleicht schon ein einfacher In-vitro-Versuch Aufschluss geben, der untersucht, wie sich das allergene beziehungsweise immunogene Potenzial eines bestimmten Nahrungsmittels durch gründliches Kauen und Einspeicheln verändert.

Lesen Sie dazu auch: Mehr Immuntoleranz, weniger Allergien

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