Ärzte Zeitung, 12.04.2005

Schlafapnoe-Therapie stützt Blutdruck-Einstellung

Zusammenhang mit arterieller Hypertonie belegt

WIESBADEN (kat). Ein von anderen Variablen unabhängiger Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und arterieller Hypertonie ist epidemiologisch bewiesen. Wegen der hohen Prävalenz der Schlafapnoe sei dieser Zusammenhang von großer Bedeutung und solle zumindest bei therapierefraktären Hypertonikern in Erwägung gezogen werden, so Dr. Thomas Wessendorf vom Zentrum für Pneumologie der Ruhrlandklinik in Essen.

Wie PD Dr. Helmut Teschler, Chefarzt der Ruhrlandklinik, beim Internistenkongreß betont hat, wird sich in der Versorgung von Schlafapnoe-Patienten künftig viel ändern. Seine Prognose: Die Technik wird zu den Patienten kommen, nicht mehr umgekehrt. Bisher sei die Abklärung technisch noch sehr aufwendig.

    Langzeit-EKG erlaubt eine verläßliche Aussage zu Schlaf-Apnoe.
   

In Anlehnung an die Empfehlungen des Bundesausschusses vom Beginn des Monats riet Teschler zu diesem Vorgehen bei Verdacht auf Schlafapnoe: Klinische Untersuchung von Mund- und Rachenraum, Abklärung des Typs und Schweregrades der Schlafapnoe, Abklärung des Einflusses einer CPAP-Therapie (kontinuierliche positive Atemwegdruck-Beatmung, zwei Nächte) auf die Apnoe, Einstellung der Therapie unter polysomnographischer Kontrolle. Zudem müßten Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Diabetes und Schlaganfall ausgeschlossen werden.

Für die Erstuntersuchung und bei der großen Zahl Betroffener ist eine polysomnographische Untersuchung nicht umzusetzen, erst recht nicht zum Screening. Eine sehr verläßliche Aussage, ob eine Schlafapnoe vorliegt, erlaubt nach seiner Erfahrung das Langzeit-EKG. Doch kann man damit nicht zwischen obstruktive und zentraler Form unterscheiden.

Die Medizintechnik bietet inzwischen einfachere Methoden wie das microMESAM®-Gerät. Es habe einen hohen negativ selektiven Wert. Über eine Nasensonde wird eine Nacht lang die Atmung (Flußlimitierungen, Geräusche) gemessen. Das Ergebnis läßt sich am Bildschirm ablesen.

Ist die Diagnose gestellt, läßt sich nach PD Dr. Heinrich F. Becker vom Schlafmedizinischen Labor der Uni Marburg Patienten akut gut helfen. Die Schlafapnoe kann durch optimale nCPAP-Therapie weitgehend beseitigt werden. Und die Blutdruckeinstellung bei hypertonen Schlafapnoikern wird verbessert. Der Blutdruck sinkt um 10 mm Hg.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »