Ärzte Zeitung, 15.06.2005

Überdruckbeatmung schützt Schlafapnoe-Patienten vor Herztod

Deutlicher Nutzen bei langfristiger Therapie über mehrere Jahre / Irische Studie

DUBLIN (run). Bei Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom gilt die nächtliche kontinuierliche Überdrucktherapie (CPAP) als Standardtherapie. Irische Forscher haben nun bestätigt, daß die langfristige Therapie nicht nur symptomatisch hilft, sondern sogar das Leben der Patienten schützt: das Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben, nimmt ab.

Nicht immer bequem, aber sehr effektiv: die nächtliche kontinuierliche Überdrucktherapie (CPAP). Foto: di

Unter einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) leiden etwa eine Million Deutsche. Der nächtliche Sauerstoffmangel und die Aufwachreaktionen schränken dabei nicht nur die Lebensqualität durch eine erhöhte Tagesmüdigkeit ein.

Die Patienten haben auch ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und kardiale Erkrankungen. Ob aber mit CPAP die Prognose der Patienten positiv beeinflußt werden kann, war bisher strittig.

Wissenschaftler des St. Vincent Krankenhauses in Dublin haben daher 168 Patienten mit OSAS, denen CPAP verordnet worden war, über im Mittel 7,5 Jahre beobachtet (CHEST 2005, 127, 2076). 107 Patienten benutzten die Maske, 61 brachen die Behandlung früh ab.

Die Basisdaten, etwa Gewicht, kardiovaskuläre Risikofaktoren und Medikation, waren in den Gruppen ähnlich. Bei 31 Prozent der unbehandelten Patienten kam es zu kardiovaskulären Ereignissen, aber nur bei 18 Prozent der CPAP-Patienten. An kardiovaskulären Erkrankungen gestorben sind 14,8 Prozent der unbehandelten, aber nur 1,9 Prozent der behandelten Patienten. Dieser Unterschied war statistisch signifikant.

Auf die Entwicklung neuer kardiovaskulärer Erkrankungen und die Schlaganfallinzidenz hatte die Beatmung hingegen keinen Einfluß.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Herpesviren könnten mit einer Alzheimererkrankung zusammenhängen. Eine Reaktivierung der Viren könnte die Krankheit befeuern. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »