Ärzte Zeitung, 21.05.2010

Mikroalbuminurie: Diagnostik auch ohne Sammeln

Mikroalbuminurie: Diagnostik auch ohne Sammeln

BERLIN (gvg). Eine Mikroalbuminurie ist einer der aussagekräftigsten kardiovaskulären Risikofaktoren. Um sie zu erkennen, kann auch der Spontanurin herangezogen werden. Darauf hat Professor Jan-Christoph Galle vom Klinikum Lüdenscheid in Berlin hingewiesen. Lange galt, dass die Mikroalbuminurie im 24-Stunden-Sammelurin bestimmt werden muss. Die Alternative waren teure Spezialteststreifen. Mittlerweile gebe es aber ein validiertes Verfahren, das nur den Spontanurin nutzt. Das Labor wird dabei gebeten, im Urin die Albuminkonzentration in mg/l und die Kreatininkonzentration in g/l zu ermitteln. Daraus wird der Quotient "mg Albumin pro g Kreatinin" gebildet. "Der Charme dieser Methode ist, dass die resultierenden Grenzwerte numerisch genauso sind wie die Grenzwerte beim 24-Stunden-Urin", so Galle. Zwischen 30 und 300 mg Albumin pro Gramm Kreatinin liegt die Mikroalbuminurie, jenseits davon die Proteinurie. Mit eingeschränkter GFR sei die Mikroalbuminurie für das kardiovaskuläre Risiko sehr aussagekräftig. Wer GFR unter 45 ml/min plus Mikroalbuminurie habe, sei ein Hochrisikopatient.

Lesen Sie auch:
Frühzeitig Arthrose - hier lohnt der Blick auf Ferritin
Welche antiischämische Therapie bei wem?
Neue Hinweise auf Nierenschutz durch Sartantherapie
Bei Patienten mit Herzinsuffizienz: Sartan-Dosis rauf!
Polymyalgia rheumatica: 15 mg Prednisolon
Bei einer Nierenarterienstenose: Stabile Patienten in Ruhe lassen!
Was bringt die Chirurgie der Nasennebenhöhle?
Koronar-Kontrolle ist kein Muss

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verursacht Kiffen Psychosen?

Wer kifft, trägt ein erhöhtes Psychoserisiko. Ob dies am Konsum von Cannabis liegt, ist aber alles andere als klar. Eine aktuelle Studie liefert immerhin neue Indizien. mehr »

Resistenzen behindern Kampf gegen TB

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten - ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete dafür harsche Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »