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Neue Hinweise auf Nierenschutz durch Sartantherapie

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Sartane haben außer ihrer Blutdrucksenkung positive Effekte auf die Niere. Neue Daten belegen das für Candesartan.

BERLIN (gvg). AT1-Rezeptor-Blocker gelten als Blutdrucksenker, die unabhängig von ihrem Blutdruckeffekt einen günstigen Einfluss auf die Niere haben. Die SMART-Studie hat das jetzt anhand der Substanz Candesartan genauer quantifiziert.

An der Studie nahmen 269 Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz teil. Gut die Hälfte davon waren Diabetiker. Im Mittel lag eine Proteinurie von 2,66 Gramm pro Tag vor. Die Patienten wurden zunächst eine Woche lang mit Candesartan in der Standarddosis von 16 mg täglich behandelt. Nach sieben Wochen hatten alle Patienten weiterhin eine Proteinurie von mehr als einem Gramm pro Tag. An dieser Stelle wurden die Patienten dann in drei Gruppen randomisiert. In einer Gruppe wurde für weitere 30 Wochen mit 16 mg Candesartan behandelt. In den beiden anderen Gruppen wurden Candesartan-Dosierungen gegeben, die mit 64 mg und 128 mg deutlich über den sonst empfohlenen Dosierungen lagen. Primärer Endpunkt war die Abnahme der Eiweißausscheidung, gemessen im 24-Stunden-Sammelurin.

Während der Therapiephase wurde bei allen Patienten auf eine optimale Blutdruckeinstellung geachtet. Das gelang gut: "Es gab beim Blutdruck keinerlei Unterschiede zwischen den Gruppen", sagte Professor Jan-Christoph Galle von der Klinik für Nephrologie und Dialyseverfahren am Klinikum Lüdenscheid beim Praxis Update in Berlin.

Trotz gleichem Blutdruck unterschied sich die Eiweißausscheidung nach 30 Wochen erheblich. Im Vergleich zu der Gruppe, in der mit 16 mg Candesartan behandelt wurde, war die Proteinurie in der 64-mg-Gruppe um 16,9 Prozent und in der 128-mg-Gruppe sogar um ein Drittel geringer. Für die 128-mg-Gruppe war das statistisch signifikant (p‹0,0001). Der Effekt war bereits nach sechs Wochen nachweisbar (Journal of the American Society of Nephrology 2009; 20:893).

Trotz sehr hoher Candesartan-Dosierungen wurde die Behandlung relativ gut vertragen. Bei elf von 269 Patienten musste die Behandlung wegen erhöhter Kaliumwerte abgebrochen werden. "Hier gab es aber keinen direkten Dosisbezug", so Galle.

Insgesamt wertete der Experte die SMART-Studie (Supra Maximal Atacand Renal Trial) als eine gut konzipierte Studie mit für diese Patientengruppe relativ großer Teilnehmerzahl. "Die Studie liefert erneut einen Hinweis darauf, dass Sartane in hoher Dosis einen über die Blutdruckeinstellung hinaus gehenden Effekt auf die Proteinurie haben", so Galle.

Was allerdings weiterhin ausstehe, sei ein definitiver Beweis für eine Verringerung harter Endpunkte, etwa für den Übergang in die Dialysepflicht. Die Proteinurie sei zwar ein guter Parameter für das Auftreten harter renaler oder auch kardiovaskulärer Endpunkte. "Sie bleibt aber dennoch ein Surrogatparameter", betonte Galle.

Lesen Sie auch: Frühzeitig Arthrose - hier lohnt der Blick auf Ferritin Welche antiischämische Therapie bei wem? Mikroalbuminurie: Diagnostik auch ohne Sammeln Bei Patienten mit Herzinsuffizienz: Sartan-Dosis rauf! Polymyalgia rheumatica: 15 mg Prednisolon Bei einer Nierenarterienstenose: Stabile Patienten in Ruhe lassen! Was bringt die Chirurgie der Nasennebenhöhle? Koronar-Kontrolle ist kein Muss

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