Ärzte Zeitung, 05.06.2014

Kommentar zur PreP

Keine HIV-Strategie für alle!

Von Peter Leiner

Die USA wagen einen Vorstoß in Sachen medikamentöser HIV-Prävention und geben detaillierte Empfehlungen, wie sich eine Infektion durch die Präexpositionsprophylaxe (PreP) verhindern lässt.

Wer glaubt, dass das Sexualleben nun sorgloser ist, weil ja eine Tablette - wie manche vermuten - alle übrigen Vorsichtsmaßnahmen ersetzt, muss enttäuscht werden. Denn die empfohlene Zweifach-Kombitherapie ist nur als zusätzliches Mittel gedacht, um das Risiko, sich mit dem Aids-Erreger zu infizieren, zu minimieren.

Kondome bleiben weiterhin die Hauptsäule der Präventionsstrategie, nicht zuletzt aber "safer sex"-Praktiken, also ohne Austausch von Körperflüssigkeiten.

Mehrere Studien belegen, dass die medikamentöse PreP eine Option ist. Aber nur wenige werden sich einer Präventionsstrategie unterwerfen, die mit Nebenwirkungen vor allem auf die Nierenfunktion verbunden ist und deshalb zusätzlich zumindest im ersten Jahr der Anwendung regelmäßig Laboruntersuchungen erforderlich macht- und generell HIV-Tests.

Nicht wenige werden sich deshalb dreimal überlegen, ob sie diesen Aufwand betreiben oder doch lieber andere Strategien konsequenter als bisher nutzen. PreP ist keine Strategie für die Massen.

Lesen Sie dazu auch:
USA: HIV-Prophylaxe mit Arznei empfohlen

Topics
Schlagworte
AIDS / HIV (1887)
Prävention (3162)
Krankheiten
AIDS (3489)
Personen
Peter Leiner (760)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »