Neues Newsletter-Thema buchbar!

Kindergesundheit

Erweitern Sie Ihren individuellen Themenmix im kostenlosen Newsletter der Ärzte Zeitung mit unserem neuen Themenfeld Kindergesundheit. Einfach in der Newsletterverwaltung auf springermedizin.de das Thema hinzubuchen oder dort - nach einer einfachen Registrierung - unseren Newsletter erstmals bestellen.


Ärzte Zeitung online, 15.01.2019

Schlecht für die Gesundheit

Wenn Schüler zu wenig schlafen

Nur sieben Stunden schlafen Neunt- und Zehntklässler oft – zwei Stunden weniger als empfohlen. Umfragen zeigen verschiedene gesundheitliche Folgen auf: Konzentrationsmangel, mehr Stress und erhöhte Verletzungsgefahr.

Von Sandra Trauner

run01_8246561-A.jpg

Die Hälfte der älteren Schüler fühlt sich offenbar infolge von Schlafmangel tagsüber erschöpft und müde. Das ergab eine aktuelle Erhebung der DAK.

© Tran-Photography - Fotolia

KIEL/FRANKFURT/MAIN. Schlafmangel ist zwei aktuellen Analysen zufolge gerade unter älteren Schülern in Deutschland weit verbreitet – und hat Folgen für Aufmerksamkeit, Stressempfinden und das Risiko für Verletzungen.

Bei weniger als acht Stunden Schlaf hätten Schulkinder vermehrt Konzentrationsprobleme, berichtete das Forschungszentrum Demografischer Wandel der Frankfurt University of Applied Sciences. Zudem steige die Wahrscheinlichkeit für Verletzungen im Schulalltag.

Dem Präventionsradar 2018 der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge fühlt sich die Hälfte der älteren Schüler infolge von Schlafmangel tagsüber erschöpft und müde. Zudem seien Kinder mit zu wenig Schlaf gestresster, habe die Befragung von fast 9300 Schülern der Jahrgangsstufen fünf bis zehn in sechs Bundesländern ergeben.

Neunt- und Zehntklässler schlafen demnach mehrheitlich erst nach 23 Uhr ein. Sie berichteten von im Mittel nur rund sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Das seien 120 Minuten weniger als von Experten für diese Altersgruppe empfohlen, teilte die Krankenkasse mit.

Was den Kindern den Schlaf raubt

Eine Ursache für den erheblichen Mangel an Schlaf ist demnach die Nutzung von Bildschirm-Geräten. Kinder, die angaben, mehr als vier Stunden täglich vor Bildschirmen zu verbringen, schliefen im Mittel deutlich weniger (7,3 Stunden) als diejenigen, die weniger als eine Stunde am Tag Smartphone, Tablet und ähnliche Geräte nutzten (8,9 Stunden).

„Die Schüler kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie laden ihre eigenen Batterien nicht mehr ausreichend auf“, erklärte Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

Grundlage der Ergebnisse der Frankfurter Forscher ist eine fortlaufende Analyse (GUS-Projekt). Dafür werde etwa 10.000 Schüler an rund 150 weiterführenden Schulen jährlich zu Verletzungen, Gesundheitszustand und Schlafverhalten befragt. Die mittlere Schlafdauer der Heranwachsenden verringerte sich demnach innerhalb von drei Jahren um eineinhalb Stunden.

Forscher beobachten Schlafverhalten von 10.000 Kindern

„Schliefen die Kinder im Alter von etwa 11 Jahren (5. Jahrgangsstufe) im Mittel noch rund 9 Stunden und 45 Minuten, so waren es in der 8. Jahrgangsstufe lediglich noch 8 Stunden und 15 Minuten.“ (siehe nachfolgende Grafik)

Von den Achtklässlern, die weniger als acht Stunden schliefen, klagten rund 38 Prozent an mehr als zwei Tagen wöchentlich über Konzentrationsprobleme. Bei Schülern, die acht Stunden oder mehr schliefen, waren es nur 24 Prozent.

Fast 25 Prozent der Wenig-Schläfer gaben an, sich innerhalb des letzten Jahres im Schulumfeld verletzt zu haben. Bei den länger schlummernden Heranwachsenden waren es rund 19 Prozent.

„Unsere Daten zeigen ein sehr klares Bild: Zu wenig Schlaf wirkt sich negativ auf die Schulkinder aus“, bilanzierte Studienleiter Andreas Klocke. In den nächsten beiden Befragungsrunden wollen die Forscher herausfinden, ob ein späterer Schulbeginn helfen könnte.

Erfasst werden soll, welche Startzeit von den Schülern bevorzugt würde. Eine Studie in den USA hatte gezeigt, dass viele Jugendliche bei einem späteren Schulstart tatsächlich länger schlafen - und nicht einfach nur später ins Bett gehen. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie Blinde bei der Brustkrebsvorsorge helfen

Mit blinden Helferinnen will eine Initiative die Brustkrebsvorsorge besser machen. Eine Studie zeigt: Ihr Einsatz hat sich bewährt – mit Einschränkungen. mehr »

So rechnen Ärzte IGeL korrekt ab

IGeL-Abrechnungen führen immer wieder zu Streit mit Patienten oder privaten Kostenträgern, der bis vor den Kadi geht. Hier kommt es auf Details an – und Finger weg von Pauschalen! mehr »

Wer an Darmkrebs stirbt, hat oft das Screening vernachlässigt

Wie wichtig ein regelmäßiges Darmkrebs-Screening ist, wird in einer Untersuchung erneut deutlich. Bei den allermeisten Darmkrebstodesfällen war dies vernachlässigt worden. mehr »