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Infiziertes Gewebe

Speiseröhrenkrebs durch Helicobacter pylori?

Gewebe von Ösophagus-Plattenepithel-Tumoren ist gehäuft mit H. pylori infiziert. Dies legt den Verdacht nahe, dass die Bakterien auch die Entstehung von Speiseröhrenkrebs fördern.

Veröffentlicht:

SHANTOU. Seit die Bedeutung von Helicobacter pylori (H. pylori) bei der Entstehung von Magenkarzinomen bekannt ist, werden auch ungünstige Wirkungen auf andere Tumorarten im Verdauungstrakt befürchtet, nicht zuletzt auch auf Ösophaguskarzinome.

Die Datenlage ist hier bislang allerdings recht widersprüchlich. Einige Arbeiten weisen auf einen Schutzeffekt einer H.-pylori-Infektion gegen Adenokarzinome der Speisröhre, andere auf eine tumorfördernde Wirkung bei Plattenepitheltumoren, berichten Pathologen um Wen-sheng Li von der Universität in Shantou in China (Int J Cancer 2013, online 7. November).

Ein Großteil der Tumorproben ist infiziert

Die Forscher um Li haben sich nun Gewebe aus der Speiseröhre von knapp 200 Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom genauer angeschaut.

Die Proben stammten von Personen aus Regionen mit einer besonders hohen Inzidenz solcher Tumoren. Li und Mitarbeiter interessierten sich aber nicht nur für die Tumoren, sondern auch für direkt an den Tumor angrenzendes sowie gesundes Speiseröhrengewebe.

Das Bakterium wiesen sie per Giemsa-Färbung und Immunhistochemie nach, zudem bestimmten sie mittels PCR die H.-pylori-RNA im Gewebe.

Wie sich herausstellte, waren knapp 63% der Tumorproben positiv für H.-pylori-RNA. Noch höher war die Rate bei Proben im angrenzenden Gewebe (74%).

Dagegen zeigten nur 27% der Proben aus gesunden Arealen eine H.-pylori-Infektion.

Die Färbungen zeigten die Bakterien vor allem in hyperplastischem und entzündetem Gewebe: Areale mit schwerer Dysplasie waren zu 90% mit H. pylori infiltriert.

Aus diesem Grund gehen die Forscher um Li davon aus, dass der Erreger auch bei der Entstehung von Plattenepithelkarzinomen von Bedeutung ist.

CagA gilt als sehr kanzerogen

Unterstützt wird die Hypothese durch den Nachweis von Zytotoxin-assoziiertem Gen A (CagA) in etwa 80% der H.-pylori-positiven Proben. CagA verursacht DNA-Schäden und gilt als sehr kanzerogen.

Nicht alle H.-pylori-Stämme verfügen über das CagA-Protein, in anderen Untersuchungen war das Gen in 60 bis 70% der infizierten Proben nachweisbar.

Die Forscher aus Shantou vermuten, dass besonders die CagA-positiven H.-pylori-Stämme eine Gefahr für die Speiseröhre darstellen. (mut)

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