Ärzte Zeitung, 30.06.2010

Gestörter Kreislauf - das macht im Alter schwindelig

Studie in Hausarztpraxen / Wichtig auch: Medikation überprüfen!

AMSTERDAM (mal). Bei alten Menschen sind Herzkreislauf-Krankheiten einschließlich zerebrovaskulärer Störungen der klare Spitzenreiter bei Schwindelursachen, wie niederländische Forscher jetzt belegt haben.

Gestörter Kreislauf - das macht im Alter schwindelig

Schwindel bei Senioren ist selten vestibulär verursacht.

© ccdevice / fotolia.com

Hypo-, Hypertonie oder Herzrhythmusstörungen und andere Herzkreislauf-Störungen trugen in der Studie bei 57 Prozent der älteren Patienten in Hausarztpraxen zum Schwindel bei. Vestibuläre Störungen - oft bei jüngeren Patienten als Ursache von Schwindel diagnostiziert - haben die Forscher bei 14 Prozent der Studienteilnehmer als Hauptursache des Schwindels ausgemacht, psychische Erkrankungen bei zehn Prozent. Bei 62 Prozent der Studienteilnehmer ließen sich mehr als eine Ursache für die SchwindelSymptome finden.

Zur Klärung von Schwindel bei Älteren raten die Forscher auch zur Medikamenten-Anamnese. Denn jeder dritte Studienteilnehmer nahm drei oder mehr Medikamente ein, die das Sturzrisiko erhöhen. Bei jedem vierten Studienteilnehmer seien die SchwindelSymptome durch die Medikation mitverursacht gewesen. Das Sturzrisiko fördern bekanntlich Neuroleptika und Antidepressiva, aber etwa auch Digoxin und Diuretika.

In der Studie in niederländischen Hausarztpraxen wurden 417 Patienten im Alter von 65 bis 95 Jahren mit seit mindestens zwei Wochen bestehendem Schwindel untersucht (Ann Fam Med 2010; 8: 196). Als häufigste Schwindel-Form machten die Forscher bei 69 Prozent der Untersuchten Präsynkopen aus: Typische Beschwerden waren das Gefühl von Benommenheit oder das Gefühl ohnmächtig zu werden.

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