Ärzte Zeitung, 10.06.2016

In Deutschland

1,5 Millionen Erwachsene mangelernährt

DRESDEN. Rund 1,5 Millionen Erwachsene sind in Deutschland mangelernährt. "Es gibt keine Aufmerksamkeit dafür", sagte Ingrid Acker vom Berufsverbandes Oecotrophologie (VDOE) zum Auftakt der Tagung "Ernährung 2016".

Risikogruppen sind vor allem alte und chronisch Kranke: "Im Schnitt ist jeder vierte Patient im Krankenhaus mangelernährt, so der Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), Mathias Plauth.

Experten fordern ein Screening nach dem Vorbild von Großbritannien, wo Patienten auf ernährungsbedingte Krankheiten untersucht werden. Zudem fordern die Verbände, dass sowohl ambulant als auch in Klinken Ernährungsteams eingesetzt werden, die interdisziplinär arbeiten. "Ernährung ist für viele Erkrankungen verantwortlich", so Plauth.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) ernähren sich bis zu zwei Drittel der älteren Patienten einseitig oder reduziert. Gründe für verminderten Appetit, durch den sich das Risiko schwerer Komplikationen erhöht, seien Erkrankungen, Einsamkeit, steigende Hilfsbedürftigkeit oder Altersarmut. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Warum ein Blinddarm auch nach der Op noch Ärger macht

Fälle wiederkehrender Appendizitis nach Appendektomie sind rar. Doch es sind offenbar sogar mehrere Rezidive möglich, wie ein Fall aus den USA zeigt. mehr »

CDU erwägt höhere GKV-Vergütung

Offiziell haben die Koalitionsverhandlungen zwar noch nicht begonnen. Doch: Die Union gibt bereits erste zarte Signale auf einen möglichen Kompromiss beim Ärztehonorar - inklusive einem Ende der Budgetierung. mehr »

Das sind die neuen Paul Ehrlich-Preisträger

Die Paul-Ehrlich-Stiftung ehrt dieses Jahr Forscher für ihre Arbeiten zum Tumor-Nekrose-Faktor mit ihrem mit 120.000 Euro dotierten Preis. Außerdem erkennen sie die Leistung eines Biochemikers zur Erforschung verschiedener Fettzelltypen an. mehr »