Ärzte Zeitung, 21.06.2004

Nationalspieler und der DFB machen sich für Kinder stark

Vier Millionen Euro wendet der Deutsche Fußball-Bund jährlich für soziale Zwecke auf / Engagement auch in der Sucht- und Drogenprävention

KÖLN (cov). Während das deutsche Team in Portugal um den Einzug ins EM-Viertelfinale kämpft, laufen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft 2006 im eigenen Land auf Hochtouren - das gilt auch für die sozialen Aktivitäten.

Das deutsche EM-Team posiert mit Kindern für die Fotografen. Hilfe für Kinder ist ein zentrales Anliegen des DFB. Foto: dpa

"Da die Europameisterschaft nicht in Deutschland stattfindet, gibt es keine Sonderprojekte", sagt Wolfgang Möbius, Leiter der Abteilung Sozial- und Gesellschaftspolitik des DFB. Bei der WM sieht das anders aus. Schon jetzt hat der DFB mit "WM in der Schule" und der Vereinskampagne "Klub 2006" zwei Aktionen ins Leben gerufen, bei denen Schulen und Sportvereinen begehrte Preise winken, etwa ein exklusives Training mit Rudi Völler und der Deutschen Elf.

"Sportliche Großereignisse sind für den DFB ein Anlaß, mit seinem sozialen Engagement in die Öffentlichkeit zu treten", so Möbius. Wie immer kurz vor einer Welt- oder Europameisterschaft fand auch in diesem Jahr ein Benefizspiel der Deutschen Elf zugunsten der DFB-Stiftung Egidius Braun statt, die zusammen mit der Sepp-Herberger-Stiftung einen Großteil der sozialen Aktivitäten des DFB bündelt. Hierfür stellten die Bundesligavereine ihre Spieler kostenlos ab, auch Kahn, Ballack & Co kickten unentgeltlich gegen Malta.

Mit einem Teil der eingenommenen etwa vier Millionen Euro unterstützt die Egidius-Braun-Stiftung Sportvereine, die sich stark in der Jugendarbeit engagieren. Diese Vereine nehmen im Sommer an einer Ferien-Freizeit teil, wo ihre Nachwuchskicker professionelles Fußballtraining erhalten. Dieses Jahr fahren 121 Vereine nach Österreich oder ins thüringische Bad Blankenburg.

In der DFB-Satzung ist das soziale Engagement fest verankert. "Für eine Organisation mit über sechs Millionen Mitgliedern ist es wichtig, neben der sportlichen auch soziale Verantwortung wahrzunehmen", sagt Möbius. Daher freuen sich gemeinnützige Organisationen regelmäßig über Zuschüsse. Jedes Jahr wendet der DFB etwa vier Millionen Euro für soziale Zwecke auf, darin sind alle Stiftungseinnahmen enthalten. Aktionsfelder sind die Mexiko-Hilfe und das Osteuropa-Projekt "Kinder in Not". Auch Jugendhilfe, Fußball-Förderung in Strafvollzugsanstalten, Behindertensport und Auslandsentwicklungshilfe gehören dazu.

Eng arbeitet der DFB auch mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammen. Vor allem Sucht- und Drogenprävention bei Kindern und Jugendlichen ist ein zentrales Anliegen, das in dem Projekt "Kinder stark machen" zum Ausdruck kommt. Jedes Jahr besucht das Projektteam 30 Familien- und Sportveranstaltungen und stellt kostenloses Infomaterial zur Verfügung.

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