Ärzte Zeitung online, 04.04.2018

vdek

Online-Terminservice gefordert

Der Ersatzkassenverband vdek beklagt zu lange Wartezeiten bei Ärzten. Er fordert, die Termineservicestellen nachzujustieren.

Online-Terminservice gefordert

Arzttermine sollten auch online bei der KV-Termineservicestellen gebucht werden können, fordert der vdek.

© Michaela Illian

BERLIN. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) fordert rasche Schritte, um die Wartezeiten bei Ärzten zu reduzieren.

"Dass GKV-Versicherte länger auf einen Termin beim Arzt warten müssen als Privatversicherte oder Selbstzahler, ist nicht länger hinzunehmen", erklärte vdek-Chefin Ulrike Elsner in einer Mitteilung des Verbands.

Um eine Verbesserung zu erreichen, schlägt der vdek vor, an der Stellschraube Termineservicestellen zu drehen.

"Im Zeitalter der Digitalisierung sollten die KVen auch einen elektronischen Terminservice für Versicherte einrichten, über den diese einen freien Sprechstundentermin bei einem Facharzt direkt buchen können", sagte Elsner. Damit könnten die Telefonhotlines entlastet werden und Buchungen zu jeder Tages- und Nachtzeit problemlos online erfolgen.

Die vdek-Vorstandsvorsitzende forderte außerdem eine bundeseinheitliche Telefonnummer für die Termineservicestellen. Bislang hält jede KV ihre eigene Rufnummer bereit.

Dringend erforderlich sei es, die Terminservicestellen bei den Versicherten bekannter zu machen, betonte Elsner - und verwies auf die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage im Auftrag des vdek. Demnach war nur 52 Prozent der befragten Versicherten bekannt, dass sie sich bei Problemen wegen eines Facharzttermins an eine Terminservicestelle wenden können. (ths)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[04.04.2018, 18:52:02]
Rudolf Arenz 
... noch ein Beitrag zur Fördrung der Vollkasko-Mentalität!

Wer "Buchungen zu jeder Tages- und Nachtzeit problemlos online" das Wort redet, darf sich nicht wundern, wenn der/die gesetzlich Versicherte seine Krankenversicherung mit einem Vollkasko-Angebot "all inclusive" verwechselt. Ist es denn wirklich soooo ein unzumutbarer Aufwand für den Hilfe suchenden Patienten, wenn er sich höchstselbst um einen Arzttermin bemühen muss - und zwar tagsüber und telefonisch??? Möchte Frau Elsner vielleicht auch die Ärzte von den Mühen einer selbstständigen Terminorganisation in ihren Praxen "entlasten"? Was kommt als nächstes? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Morphin bei Herzinfarkt – unverzichtbar aber umstritten

Morphin bei Herzinfarkt-Patienten: Die Sicherheit des Schmerzmittels hat sich in einer aktuellen Studie bewährt. Zweifel über ein mögliches Risiko bleiben aber vorerst. mehr »

Zu viele Hausbesuche = Regress!

Zwei hessische Landärzte wurden in Regress genommen, weil sie deutlich mehr Hausbesuche als ihre Kollegen absolviert haben. Über 50.000 Euro sollen sie zurückzahlen. Die Ärzte verstehen die Welt nicht mehr - und wehren sich. mehr »

Tot oder nicht tot – das ist hier die Frage

Särge mit Ausgängen und Glöckchen um die Arme: Schon seit Jahrhunderten ziehen Wissenschaftler die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel. Eine neue Ausstellung in Berlin zeigt Exponate, die dem Scheintod ein Schnippchen schlagen sollten. mehr »