Ärzte Zeitung, 06.11.2012

Kommentar

Entwarnung für die Telemedizin

Von Ilse Schlingensiepen

An der Telemedizin wird kein Weg vorbeiführen, um die Versorgung in ländlichen Regionen langfristig sicherzustellen, erwarten viele Experten. Auch in städtischen Regionen kann die Fernüberwachung zur besseren Versorgung von Risikopatienten beitragen.

Dennoch sehen viele Hausärzte die Telemedizintrends mit Skepsis. Sie fürchten, dass die neue Technik sich negativ auf das Arzt-Patienten-Verhältnis und auf ihre Behandlungsstrategien auswirken könnte oder dass sie sogar Patienten an die Telemediziner verlieren.

Eine neue Studie legt nah, dass diese Sorgen unbegründet sind. Nach einer Untersuchung des Instituts Arbeit und Technik wird die technisch basierte Fernbetreuung sowohl von den Patienten als auch von ihren Ärzten als Ergänzung der bisherigen Behandlung empfunden, nicht als Ersatz.

Es wäre sinnvoll, die Studie in einem nächsten Schritt auf eine breitere Basis zu stellen, vor allem was die teilnehmenden Ärzte betrifft. Wenn sich die positiven Ergebnisse verstetigen, könnte das zu einer höheren Akzeptanz der Telemedizin bei niedergelassenen Haus- und Fachärzten führen.

Sie ist unerlässlich, damit auf Dauer viele Patienten vom Potenzial der neuen Techniken profitieren können.

Lesen Sie dazu auch:
Trotz Telemedizin: Hausarzt bleibt die Nummer Eins

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[12.11.2012, 08:49:23]
Denis Nößler 
Per E-Mail erreichte uns folgender Leserbrief von Bernd Niklas
Schöne Worte die von der Kommentatorin benutzt werden.
Doch was ist wirklich dran an der Sache?

Seit Jahren existieren Telemedizin-Projekte.
Seit Jahren werden aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln Studien durchgeführt.
Seit Jahren beweisen verschiedene Privatunternehmen, dass Telemedizin-Projekte der unterschiedlichsten Art medizinisch sinnvoll, technisch machbar, finanzierbar und wirtschaftlich und vor allem im Interesse der Patienten sind.

Doch wie sieht es in der Politik und bei den Kostenträgern, den gesetzlichen Krankenkassen, aus?

Hat hier jemand vor dem Hintergrund der demographischen Veränderungen und vor allem der aktuellen Überschüssen in den Kassen der GKV einmal mit Blick in die Zukunft dran gedacht, Telemedizin intensiver anzugehen, ja sogar abrechnungsfähig zu machen und als Versorgungsstandard einzuführen?

Nein!

Immer noch werden lediglich ausschließlich immer wieder neue Forschungsprojekte angestoßen.
Zeitlich und/oder in der maximalen Patienten begrenzt und bzgl. der des regionalen Einzugsbereiches eingeschränkt.
Dabei ist die Politik doch brennend an diesem Thema interessiert, fördert sie doch solche Projekte fortwährend mit Steuergeldern und begleitet nur zu gerne, weil publicityträchtig, gerade Projektstarts mit großen Reden und starker PR-Aktivtät.

Doch niemand bemüht sich wirklich darum, telemedizinische Leistungen als medizinschen Versorgungsstandard deutschlandweit zu etablieren!  zum Beitrag »

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