Ärzte Zeitung online, 09.01.2018

Smart Health

Las Vegas' große Bühne für innovative Lösungen

Bei der Technikmesse CES in Las Vegas präsentieren Unternehmen, wie Ärzte Patienten mit postoperativen Lungenschäden bei der Rehabilitation begleiten können und einen digitalen Schutzengel für Smartphone-Nutzer.

Von Matthias Wallenfels

Las Vegas große Bühne für innovative Lösungen

Lichtermeer in Las Vegas: Die Technikmesse CES geht noch bis zum 12. Januar.

© Robert Bosch GmbH

LAS VEGAS. Zwar dominieren die Themenkomplexe autonomes Fahren und Smart City die diesjährige Auflage der traditionellen Technikmesse CES in Las Vegas, die Gesundheit nimmt aber vom Dienstag an auch breiten Raum ein, wenn es um digitale Innovationen geht.

So präsentiert Bosch zum Beispiel seine als digitalen Schutzengel positionierte Vivatar-App. Nutzer können sich über Vivatar mit Freunden oder Familie verbinden und sich so via GPS virtuell begleiten lassen, wenn sie zum Beispiel nicht alleine eine nächtliche Joggingrunde oder den Heimweg im Dunkeln antreten wollen.

Der User entscheide selbst, wann er begleitet werde und von wem. Mit Vivatar Premium stehe der Bosch Emergency Assistant – ein professionell geschultes Notfallteam – rund um die Uhr zur Seite.

Warnung vor Überflutung

Lebensrettend könnte die von Bosch angestrebte frühzeitige Warnung vor einer potenziellen Überflutung sein. Dies wird laut Bosch möglich durch eine neue Lösung, die den Wasserstand von Flüssen oder anderen stadtnahen Gewässern in Echtzeit digital überwache. Bisher würden die Pegelstände von Flüssen durch mechanische Mittel gemessen. Bis die Daten für Dritte verfügbar seien, könne es Stunden dauern.

In einem Pilotprojekt testet Bosch derzeit sein neues Flood Monitoring System in Ludwigsburg am Neckar. Dort könnten mittels Ultraschallsensoren oder Kameras Veränderungen von Wasserpegel, -geschwindigkeit und Durchflussleistung nachverfolgt werden. Diese Daten würden an die Bosch IoT Cloud geschickt und dort ausgewertet.

3900 Aussteller nutzen die CES in Las Vegas dieses Jahr, um ihre technischen Innovationen zu präsentieren. Der Veranstalter erwartet 170.000 Besucher aus mehr als 150 Ländern. Die Messe startet am Dienstag, den 9. Januar, und läuft bis einschließlich Freitag, den 12. Januar.

Werde eine kritische Grenze erreicht, so erhielten Stadtverwaltungen oder betroffene Bewohner und Geschäftsinhaber frühzeitig ein Signal per SMS auf ihr Telefon und könnten rechtzeitig entsprechende Maßnahmen einleiten, um sich vor Flut oder Hochwasserschäden zu schützen.

Der südkoreanische Anbieter Samsung Electronics präsentiert in der Glücksspielmetropole mehrere Lösungen aus seiner Creative Lab, einer konzerninternen Forschungsplattform – darunter GoBreath. Dabei handelt es sich nach Unternehmensangaben um eine app-basierte Genesungsunterstützung für Patienten mit postoperativen, anästhesiebedingten Lungenschäden.

App zur Atemübung

Meist seien Patienten auf ein Spirometer angewiesen, wenn sie Übungen machen, um wieder tiefer atmen zu können. Oft fühlten sie sich dabei aber allein gelassen. Ein Arzt des Samsung Medical Center habe GoBreath konzipiert. Patienten arbeiteten dabei mit einem tragbaren Gerät, mit dem sie die Atemübungen absolvierten.

Die App informiere sie über generelle Atemtechniken wie Einatmen, Husten oder Tiefatmen und referenziere die gemessenen Werte medizinisch. Zudem biete GoBreath einen Web- und Clouddienst an, mittels dessen Ärzte den Genesungsprozess ihrer Patienten überwachen können.

Die smarte Sehhilfe Relúmino von Samsung sei für Menschen mit Sehbehinderungen gedacht und helfe beim Lesen oder Betrachten von Objekten. Die Brille arbeite mit dem Smartphone des Nutzers zusammen und nutze dessen Energiequellen sowie Rechnerkapazitäten, um das Gewicht der Sehhilfe zu minimieren.

Das Smartphone verarbeite Bilder, die die Sehhilfe Relúmino gemacht habe und projektiere die optimierten Darstellungen auf das Display der Brille – die Beeinträchtigung durch die Sehbehinderung könne so minimiert werden.

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