Ärzte Zeitung, 27.02.2015

Kommentar zu IGeL

Blick durch die rosarote Brille

Von Matthias Wallenfels

Drei Jahre IGeL-Monitor - ein Fest zum Feiern? Es ist klar, dass der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) eine positive Bilanz seines Online-Angebotes zieht.

Dieses trage - mit dem Blick durch seine rosarote Brille ist das durchaus nachvollziehbar - durch die wissenschaftliche Bewertung von Selbstzahlerleistungen zu mehr Patientenschutz bei. Schutz vor skrupellosen Seelen- - pardon! - IGeL-Verkäufern?

Allein schon die Wortwahl gibt die Kursrichtung des MDS vor. Individuelle Gesundheitsleistungen haben nichts Positives an sich, so das MDS-Votum.

Als Beweis werden die 37 Selbstzahlerleistungen ins Feld geführt, die die MDS-Experten bereits einem kritischen Blick unterzogen und keine für positiv befunden haben.

BÄK-Präsident Professor Frank-Ulrich Montgomery legt hier den Finger zu Recht in die Wunde, wenn er dem MDS vorwirft, die Kriterien für die Bewertung der einzelnen Leistungen nicht zu kommunizieren. Wo bleibt die Transparenz?

Ärzte können auch weiterhin entspannt mit dem Thema IGeL umgehen.

Denn allen Unkenrufen des MDS zum Trotz nehmen immerhin schon zwei Drittel der Kassenpatienten Selbstzahlerleistungen in Anspruch, wie jüngst eine bevölkerungsrepräsentative Befragung der TK ergeben hat.

Lesen Sie dazu auch:
Selbstzahlerleistungen: MDS lässt kein gutes Haar an IGeL

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »