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Berufskrankheiten

Heller Hautkrebs auf dem Vormarsch

Seit Jahresbeginn ist der helle Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt. Dermatologen rechnen mit einer rasanten Zunahme des Krankheitsbildes in der Arbeitswelt - und mahnen einen effektiveren Arbeitsschutz an.

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BERLIN. "Mit der Einführung von Hautkrebs als Berufskrankheit hat sich der Hautkrebs nun noch vor die anderen beruflichen Hauterkrankungen geschoben", bilanziert Professor Swen Malte John, Leiter der Abteilung Dermatologie, Umweltmedizin, Gesundheitstheorie an der Universität Osnabrück.

Er rechnet für das laufende Jahr mit 5000 bis 7000 Meldungen von beruflich bedingtem Hautkrebs. Der berufsbedingte helle Hautkrebs ist zum Jahresstart in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen worden - unter BK 5103.

Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) fordert nun angesichts der an diesem Montag gestarteten "Aktionswoche Haut & Job" dringend bessere UV-Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz. Wie der BVDD betont, trügen Außenarbeiter ein erheblich höheres Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, als der Durchschnittsdeutsche.

Landwirte, Förster, Gartenbauer

Die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer wird tendenziell zunehmen, schätzt der BVDD in Anlehnung an die Erfahrung aus der ersten Jahreshälfte.

"Bereits von Januar bis Mai 2015 sind mit rund 2000 Fällen mehr Meldungen zu beruflichem Hautkrebs bei der Sozialversicherung Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau sowie bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft eingegangen als zu irgendeiner anderen beruflichen Gesundheitsgefahr", erläutert John. In der Vergangenheit seien bei den beiden gesetzlichen Unfallversicherungsträgern berufliche Ekzem-Erkrankungen die häufigsten gemeldeten Berufskrankheiten gewesen.

Im Arbeitsalltag rückt für die Dermatologen nun der Schutz vor solarer UV-Strahlung in den Fokus. Sie gelte als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von hellem Hautkrebs und seiner Vorstufen. "Zuerst sind technische Maßnahmen zu ergreifen wie Überdachungen, Sonnensegel oder auch Unterstellmöglichkeiten in den Arbeitspausen", verdeutlicht Gerhard Citrich von der IG Bauen-Agrar-Umwelt mit Blick auf das Arbeitsschutzgesetz, das diese Maßnahme bereits vorsieht.

Dazu zählten auch organisatorische Aspekte, so beispielsweise, die Hauptarbeitszeit in die weniger UV-belasteten Tageszeiten zu verlegen, für Unterbrechungen durch längere Pausen zu sorgen und das Arbeiten zu den Sonnen-Spitzenzeiten am Mittag zu vermeiden. Damit nicht genug: "Es müssen auch persönliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden", fordert Professor Andrea Bauer von der Universitätshautklinik Dresden.

Augen und Haut schützen!

Neben dem Schutz der Augen rät sie zur 4-H-Regel: Hemd, Hose, Hut und hoher Sonnenschutz. "Der Standard-Schutzhelm bietet keinen Schutz des Gesichts, des Nackens und der Ohren vor solarer UV-Exposition", ergänzt die Dermatologin. Besser geeignet seien Helme mit breitem, umlaufendem Blendring.

Wer keinen Helm tragen müsse, sollte auf jeden Fall eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe oder einem Schutztuch für den Ohren-, Hals- und Nackenbereich haben. "Intensive Anstrengungen müssen unternommen werden, um eine Kultur der Prävention in Außenberufen einzuführen und die zukünftige Entwicklung von Hautkrebs bei Außenarbeitern zu vermeiden", fordert die Dermatologin Professor Andrea Bauer von der Universitätshautklinik Dresden.

Dass der UV-Schutz am Arbeitsplatz dringend einen höheren Stellenwert erfahren muss, unterstreichen nach Ansicht des BVDD erste Auswertungen von Messungen, die die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) seit 2014 bei Außenarbeitern durchführe.

"Ein Blick auf die Daten, die etwa 28.000 einzelne Messtage in über 100 Berufen umfassen, zeigt, dass es in vielen Berufen zu hohen Bestrahlungen kommt", fasst Dr. Marc Wittlich, Leiter des Referats Strahlung am Institut für Arbeitsschutz der DGUV, erste Ergebnisse zusammen. Dabei seien nicht nur die viel zitierten Bauberufe und Berufe in der Landwirtschaft von dieser Gefährdung betroffen. "Grundsätzlich müssen alle Berufe mit regelmäßigen Anteilen im Freien sorgfältig analysiert werden", so Wittlich. (maw)

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