Ärzte Zeitung, 14.12.2012

Kommentar zur Arztbewertung

Kein Online-Pranger!

Von Elke Oberhofer

Es ist ein dummes Gefühl, im Internet bewertet zu werden. Wie am Pranger steht man da mit seinem vollen Namen, mit Details aus der Praxis, die vielleicht keinen optimalen Tag widerspiegeln, mit Einzelheiten zu einem möglicherweise unglücklichen Gesprächsverlauf oder auch mit einem negativen Pauschalurteil.

"Herr Dr. F. ist als Arzt nicht glaubhaft", heißt es dann beispielsweise. Der Patient vergibt ohne weitere Begründung die Note 6. Da hilft es wenig, dass alle übrigen Bewertungen positiv ausfallen.

Schon ein einzelner Ausreißer drückt die Gesamtnote und beeinflusst die Entscheidung anderer Patienten bei der Suche nach dem "besten" Arzt im Umkreis. Es empfiehlt sich also, tätig zu werden, bevor man Sie zum Online-Opfer macht.

Ein Tipp: Sprechen Sie das Thema "Arztbewertungsportale" an und nennen Sie Ihrem Patienten "präventiv" zwei, drei seriöse Adressen, wo er bei Bedarf Dampf ablassen kann. Gute Portale verfügen über ein Impressum und entsprechen den Anforderungen des Telemediengesetzes.

Schmähkritik ist nicht erlaubt, Einträge in Freitextfeldern werden redaktionell geprüft. Vor allem aber haben Sie die Möglichkeit einer Gegendarstellung. Die werden Sie nach einem solchen offenen Gespräch aber vielleicht gar nicht mehr brauchen!

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Arztbewertung: Patienten meckern nur selten im Netz

[15.12.2012, 14:11:32]
Dr. Elisabeth Rowe 
Online-Pranger
Arztbewertungsportale im Internet sind ein Ventil, für unzufriedene Patienten.
Zufriedene Patienten machen sich nicht die Mühe, eine Bewertung abzugeben. Warum auch?

Etliche positive Bewertungen sind getürkt. Mitunter wird unter Kollegen dazu aufgerufen, sich gegenseitig positiv zu bewerten. Es ist also ganz einfach, eine schlechte Bewertung auszugleichen, wenn man meint, so etwas zu brauchen. zum Beitrag »

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