Ärzte Zeitung online, 14.02.2019

Reproduktionsmedizin

Samenbank veröffentlicht Spenderfotos

NEU-ISENBURG. Steht in puncto Samenspenderidentität ein Paradigmenwechsel bevor? Für Frauen und Paare mit Kinderwunsch stellt die nach eigenen Angaben weltgrößte Samenbank Cryos auf ihrer Webseite Fotos der Spender bereit. Die in Dänemark ansässige Samenbank, die neben der gesamten EU mehr als 100 Länder weltweit mit Spendersamen beliefert, rechnet so mit einer erhöhten Nachfrage nach Spendern – auch in Deutschland.

Das Geschäft mit der Reproduktionsmedizin boomt indes: Mehrere Kinderwunschzentren in Deutschland bieten künstliche Befruchtungen an, viele Paare begeben sich auf „reproduktive Reisen“. Eine neue Gesetzgebung wird diskutiert, auch in Bezug auf nach einer Samenspende geborene Kinder, die in Deutschland ein umsetzbares Recht auf Kenntnis ihrer Abstammung haben.

Cryos will hier vor allem für die Empfängerinnen Transparenz schaffen – entspricht der Spender den gesteckten Erwartungen? Das Einsehen der Spenderfotos sei wegen der EU-Datenschutzgrundverordnung kostenpflichtig – 250 Euro fordert Cryos. Neben vier bis fünf aktuellen Erwachsenenfotos stelle Cryos zu den mehr als 1000 Samenspendern persönliche Angaben bereit, etwa Kinderfotos, Soundfiles, handgeschriebene Grüße, Intelligenztests, Familienstammbäume sowie der Eindruck des Spenders auf die Mitarbeiter.

Zudem hätten viele der Spender dem deutschen Samenspenderregistergesetz (SaRegG) zugestimmt. Das seit 2018 bestehende bundesweite Register speichert 110 Jahre lang bei ärztlich unterstützten künstlichen Befruchtungen Spender und Empfängerinnen, damit Kinder erfahren können, wessen Ursprungs sie sind. (dab)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freunde hinterlassen Spuren im Gehirn – Rauchen auch

Sport, Alkohol, soziale Kontakte – die Lebensführung spiegelt sich im Gehirn wieder, so eine Studie. Und: Raucherhirne laufen auf Hochtouren. Doch das ist nicht positiv gemeint... mehr »

§219a – Eine Reform und ihr Preis

Am Ende ging es schnell: Nach dem Beschluss im Bundestag, dürfen Ärzte künftig informieren, dass sie Abtreibungen anbieten. Glücklich ist mit dem Kompromiss niemand. Auch nicht mit der Studie zu den Folgen einer Abtreibung. mehr »

GBA warnt Spahn vor „Systembruch“

Der Versuch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bewertungsverfahren im Gemeinsamen Bundesausschuss zu umgehen, stößt auf massive Gegenwehr im GBA. mehr »