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Ärzte, Verbraucher, Kassen fordern Lebensmittelampel

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BERLIN (eb). Das Europäische Parlament hat sich gegen die Ampel-Kennzeichnung von Nährwerten auf verpackten Lebensmitteln ausgesprochen (wir berichteten). Kritik an der Entscheidung kommt jetzt von einem "Ampel-Bündnis" aus Verbraucherzentrale Bundesverband, AOK Bundesverband, Bundesärztekammer, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Spitzenverband Gesetzlicher Krankenversicherungen und Deutschen Herzstiftung.

Das Bündnis fordert verständliche und verbraucherfreundliche Nährwertkennzeichnungen in Form einer Ampel und merkt dazu an: Etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Diabetes mellitus erkrankt, eine wesentliche Ursache ist Übergewicht. Eine Ampel-Kennzeichnung sei eine klare und leicht verständliche Entscheidungshilfe bei der Auswahl von Nahrungsmitteln: Rot für Lebensmittel mit hohem Anteil an Nährstoffen wie Fett, Salz oder Zucker, gelb für solche mit mittlerem und grün für jene mit geringem Anteil.

Mit starker Mehrheit hat das EU-Parlament dagegen gestimmt. Durchgesetzt hat sich stattdessen eine verpflichtende Kennzeichnung auf der Vorderseite verpackter Lebensmittel. Die Hersteller sollen künftig den Brennwert in Kalorien, den Anteil an gesättigten Fettsäuren, Fett-, Zucker- und Salzgehalt jedes Nahrungsmittels angeben und auch den prozentualen Anteil am Tagesbedarf der Bestandteile. Das System orientiert sich an dem täglichen Bedarf von 2000 Kalorien für Frauen und 2500 Kalorien für Männer (Guideline Daily Amount, GDA). Der Bedarf von Kindern oder älteren Menschen weiche in der Regel davon ab, kritisiert das Bündnis. Zudem ist die Portionsgröße beim GDA-System nicht standardisiert. Nach erster Lesung im europäischen Parlament muss nun der Ministerrat hierzu Position beziehen. Mit einem Gesetz ist frühestens im Frühjahr 2011 zu rechnen.

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