Metabolisches Syndrom

Aktiv im Alltag - das macht schlank

HAMBURG (stü). Patienten mit metabolischem Syndrom würden ihre Probleme sehr wirksam bekämpfen, wenn sie sich zu einem gesünderen Lebensstil durchringen könnten. Außer Rauchstopp, moderatem Alkoholgenuss und gesunder Ernährung hat die alltägliche Bewegung eine wesentliche Bedeutung.

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Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto - ein gutes Verhaltensmuster, um Fett zu verbrennen.

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"Fakt ist: Zehn Kilo Gewichtsabnahme wäre in vielen Fällen die Lösung des Problems metabolisches Syndrom", so Professor Armin Heufelder aus München. Aber gesund zu leben, fällt in unserer Gesellschaft offenbar sehr schwer. Denn nach den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage ist des Deutschen Lieblingshobby das "Faulenzen". Im Schnitt läuft jeder täglich nur 1700 Meter, obwohl genetisch 23 Kilometer pro Tag vorgesehen sind.

Bei der Kalorienverbrennung macht der Grundumsatz 60 Prozent aus. Durch die Nahrungsaufnahme werden zehn Prozent der Kalorien verbrannt. Beide Bereiche sind wenig veränderbar. Die restlichen 30 Prozent der Kalorien werden durch körperliche Aktivität verbraucht. Heufelder: "Das ist der Bereich, den wir positiv beeinflussen können." Allerdings habe es wenig Sinn, Patienten in ein Fitness-Studio zu schicken, wie neue Daten der Mayo-Klinik zeigen. Denn das punktuelle Training beeinflusst nur zu 15 bis 20 Prozent die Kalorienverbrennung.

Training im Fitness-Studio verbraucht wenig Kalorien

Der Hauptteil von 80 bis 85 Prozent wird durch Alltagsaktivitäten verbrannt. "Wer sich generell nur wenig bewegt, aber zwei- bis dreimal in der Woche ins Fitness-Studio geht, kann keinen großen Effekt erwarten," sagte Heufelder. Ebenfalls in einer Studie der Mayo-Klinik wurden die Alltagsbewegungsmuster von Adipositas-Patienten mit denen von Schlanken verglichen. Die Schlanken standen oder bewegten sich täglich 153 Minuten mehr als die übergewichtigen Patienten und verbrannten damit hochgerechnet pro Jahr 17 Kilogramm mehr Fett. "Wir müssen unsere übergewichtigen Patienten dazu bringen, diese 153 Minuten tägliche Bewegungslosigkeit nach und nach abzubauen," appellierte Heufelder.

Als "Gegenprobe" wies er auf eine aktuelle Untersuchung aus Dänemark hin. Mit Schrittzählern wurde die Alltagsbewegung von 18 jungen gesunden schlanken Männern erfasst. Die Probanden wurden aufgefordert, sich möglichst wenig zu bewegen, also statt Treppen den Fahrstuhl zu benutzen oder statt zu Fuß oder per Rad mit dem Auto zu fahren. Nach zwei Wochen war der Insulinspiegel der Männer im Schnitt um 60 Prozent gestiegen, und das Bauchfett hatte um 7 Prozent zugenommen.

"Wenn wir das Bewegungsmuster nicht nur über zwei Wochen, sondern zwei Jahre einschränken, droht ein metabolisches Syndrom," sagte Heufelder auf einer Veranstaltung von Spitzner Arzneimittel. Der Endokrinologe empfahl Schrittzähler als einfaches, aber wirkungsvolles Mittel, um Patienten zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren.

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