Direkt zum Inhaltsbereich

Risikobewertung

Aktuelles zu Parasiten in Wildfleisch

Wildfleisch vor Genuss vollständig durchgaren! Das rät das BfR besonders Schwangeren und immungeschwächten Personen.

Veröffentlicht:
Ein Reh: Der Wild-Konsum ist zuletzt gestiegen, so das BfR.

Ein Reh: Der Wild-Konsum ist zuletzt gestiegen, so das BfR.

© Alois Litzlbauer / APA / picturedesk.com / picture alliance

BERLIN. Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR hat eine Stellungnahme zum Befall von Wildtieren mit Parasiten veröffentlicht. Für die gesundheitliche Bewertung wurden dabei Wildtierarten berücksichtigt, deren Fleisch und Produkte daraus typischerweise verzehrt werden.

Der Konsum von Wildbret und daraus hergestellten Rohfleischprodukten, wie etwa Rohwürsten, sei in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen, teilt das BfR mit. Auch bestehe ein Trend zum Verzehr von halbrohem Wildbret mit noch rosafarbenem Fleisch im Kern, wodurch mit der Mahlzeit auch Krankheitserreger aufgenommen werden könnten.

„Wildfleisch und daraus hergestellte Rohfleischprodukte wie auch Rohwürste sollten insbesondere schwangere Frauen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem nur vollständig durchgegart verzehren“, empfiehlt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel in der Mitteilung.

Mögliche Übertragung auf andere Lebensmittel

Ein bis zwei Wildmahlzeiten mit jeweils 200-400 Gramm Wildbret werden laut BfR-Bericht im Durchschnitt pro Person pro Jahr verzehrt. Das Fleisch stammt hauptsächlich von Wildschwein, Rehwild, Rot- und Damwild. Jedoch konsumierten sogenannte Vielverzehrer, etwa Jägerfamilien und ihr Umfeld, bis zu über 60 solcher Wildmahlzeiten pro Jahr.

Krankmachende Parasiten wie Toxoplasmen (Erkrankung: Toxoplasmose), Trichinellen (Erkrankung: Trichinellose), Sarkosporidien (Erkrankung: Sarkosporidiose), Schweinebandwurm (Erkrankungen: Zystizerkose, Taeniose), kleiner Fuchsbandwurm (Erkrankung: Echinokokkose) oder Duncker’scher Muskelegel (möglicherweise Erkrankung: larvale Alariose) können beim Zerlegen und Ausnehmen des Wildtierkörpers weiter verbreitet oder beim Verarbeiten des rohen Wildfleisches durch Verbraucher in der heimischen Küche auch auf andere Lebensmittel übertragen werden, erinnert das BfR.

Außer den bewerteten Parasiten können zudem auch bakterielle oder virale Krankheitserreger im Fleisch enthalten sein. (eb)

Mehr zum Thema

Systemische Applikation bei Kindern

Auch Kortison-Kurzzeittherapie bei Kindern hat Nebenwirkungen

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Dr. Horst Grünwoldt 02.01.201913:01 Uhr

Rohes Fleisch

Wir Deutschen lieben ja weitverbreitet das "Mett- oder Hackepeter-Essen" auf einem Brötchen oder Schwarzbrot. Der Volksmund bezeichnet das auch als "Maurerfrühstück"!
Sofern das gehackte Schweinefleisch hygienisch einwandfrei erschlachtet worden ist, und aus einer geschlossenen Rüsseltier-Mastanlage stammt, die frei von Rattenbesiedelung gehalten wird, dürfte die Gefahr einer Trichinellen-Infektion ausgeschlossen sein.
Auch das Risiko einer Salmonellen-Infektion beim rohen Fleischverzehr dürfte gering sein, wenn der Fleischzerleger selbst im Schlachtgang sich mehrfach die Hände wäscht und der Konsum des frisch Gehackten in der Kühlkette noch am gleichen Tage erfolgt.
Den Verzehr von rohem Wildschwein-Schinken sehe ich aber als problematisch an, wenn der Jäger auf die amtliche Trichinellen-Untersuchung für das selbst Erlegte aus Kostengründen verzichtet, und dann auch noch den Überschuß auf dem Biomarkt in Verkehr bringt.
Damit würde er sich aber strafbar machen.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Lesetipps
Dreidimensionale gerenderte Darstellung der Anatomie des menschlichen Herzens.

© PIC4U / stock.adobe.com

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram