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Arznei gegen Asthma bessert auch die allergische Rhinitis

MÜNCHEN (wst). Allergische Rhinitis und Asthma bronchiale sind miteinander verknüpft: über genetische Disposition und auslösende Umweltfaktoren. Die beiden Erkrankungen fördern sich wohl auch wechselseitig durch lokale und systemische Entzündungen. Das lässt sich therapeutisch beeinflussen.

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Etwa 80 Prozent aller Asthma-Patienten haben zugleich eine allergische Rhinitis (AR). Umgekehrt haben etwa 40 Prozent aller AR-Patienten ein Asthma bronchiale. Das hat Professor Jürgen Seidenberg aus Oldenburg bei der Jahrestagung der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie in München betont. Wegen der häufigen Komorbidität solle deshalb bei Patienten mit Symptomen einer AR immer auch gründlich nach Asthma gefahndet werden und umgekehrt.

Inzwischen ist nach Angaben von Seidenberg nachgewiesen, dass sich der Erfolg einer antiasthmatischen Therapie deutlich steigern lässt, wenn bei einer begleitenden AR auch dagegen adäquat vorgegangen wird.

So könne die Anwendung topischer nasaler Steroide bei Patienten mit AR plus Asthma auch Asthma-Beschwerden mindern, sagte Seidenberg bei einem Symposium von MSD. Auch eine primär gegen AR gerichtete spezifische Immuntherapie (SIT) könne gleichzeitig bestehende Asthma-Symptome lindern. Außerdem reduziert die SIT bei AR-Patienten das Risiko für einen Etagenwechsel in die tieferen Atemwege.

Experten gehen davon aus, dass eine AR Asthma zum Beispiel dadurch fördern kann, dass durch lokale Entzündungsreaktionen in den oberen Atemwegen verstärkt Entzündungsmediatoren wie Leukotriene gebildet werden. Sie erreichen dann über eine lokale Aspiration entzündlicher Sekrete und systemische Ausbreitung die tiefen Atemwege. Dort docken sie an spezifische Adhäsionsmoleküle an und steuern dadurch auch Entzündungsreaktionen.

Für einen solchen Mechanismus spricht der bereits in Studien nachgewiesene doppelte Nutzen des Leukotrien-Antagonisten Montelukast (Singulair®) bei Asthmatikern. Erhalten solche Patienten etwa zusätzlich zu einem inhalativen Kortikosteroid auch Montelukast, verringern sich nämlich nicht nur die asthmatischen Beschwerden. Auch die Symptome einer begleitenden allergischen Rhinitis bessern sich deutlich.

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