Arzt kann sich nicht impfen lassen - Praxis schließen?

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Ein Kollege fragt: Ich bin Allergiker, Asthmatiker, Neurodermitiker und habe vor etwa zehn Jahren ein Guillian-Barré-Syndrom (GBS) durchlitten, wo ursächlich eine Td-Polio-Auffrischungsimpfung sowie eine zeitgleich eingefangene Mumps-Infektion diskutiert wurde. Bei allen zwischenzeitlich durchgeführten Impfungen (saisonale Grippe, Hepatitis-Auffrischung, Pneumokokken-Impfung) traten leichte neurologische Störungen auf.

Als Allgemeinmediziner bin ich hochgradig gefährdet mich mit Schweinegrippe zu infizieren, doch habe ich höchste Bedenken, mich mit einem adjuvantierten Impfstoff impfen zu lassen. Leider komme ich nicht an einen "normalen" Impfstoff.

Soll ich nun als einzige Option meine Praxis für drei Monate schließen oder über diese Dauer Tamiflu einnehmen oder muss ich mit meinem Risiko leben.

PD Tomas Jelinek: Das ist leider keine einfache Situation. Bei einem Zustand nach GBS würde ich mich ebenfalls sehr schwer tun, Sie zu impfen. Das Risiko eines erneuten Schubs ist durchaus vorhanden. Dies ist im Übrigen weitgehend unabhängig von den zugegebenen Adjuvantien! Ich würde Ihnen daher auch einen nicht-adjuvantierten Impfstoff nicht ohne weiteres empfehlen. Momentan besteht ohnehin keine Alternative - im Wesentlichen wird in Deutschland Pandemrix® verimpft.

Problematisch ist, dass auch die Infektion selbst zu einem GBS-Schub führen kann. Wie Sie richtig feststellen, sind Sie in Ihrer Praxis einer hohen Infektionsgefahr ausgesetzt. Eine Schließung der Praxis dürfte keine realistische Option sein. Letztlich bleiben bei steigenden Infektionszahlen wohl nur die Optionen entweder unter Neuraminidasehemmern weiter zu arbeiten oder das Infektionsrisiko einzugehen.

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