Transfusionsmediziner warnen

Blutprodukte sind weiterhin knapp

Die deutschen Transfusionsmediziner rufen weiterhin zu Blutspenden auf. Die Reserven gehen zurück, da die Kliniken zunehmend zum Normalbetrieb zurückkehren. Auch genesene Corona-Infizierte können spenden.

Von Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht: 14.09.2020, 16:03 Uhr
Blutspender müssen keine Sorge haben, sich bei der Spende mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Die bereits hohen Hygienevorschriften sind nochmals verschärft worden.

Blutspender müssen keine Sorge haben, sich bei der Spende mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Die bereits hohen Hygienevorschriften sind nochmals verschärft worden.

© Belish / stock.adobe.com

Stuttgart. Die Versorgung mit Blutprodukten in Deutschland bleibt angespannt. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) im Vorfeld ihrer virtuellen Jahrestagung hingewiesen.

„Die Krankenhäuser fahren wieder Volllast und die Spender bleiben aus“, sagte Professor Hermann Eichler, 1. Vorsitzender der DGTI. Zwar konnten die Lager in den Blutbanken zwischenzeitlich wieder aufgefüllt werden, nachdem sie sich zu Beginn der Corona-Krise „bedrohlich geleert“ hatten, so der Transfusionsmediziner vom Universitätsklinikum des Saarlandes.

Ein Ende der Krise sei jedoch nicht absehbar, das Deutsche Rote Kreuz und Universitätskliniken berichten über zurückgehende Reserven. Beigetragen dazu hat der lange Sommer mit hohen Außentemperaturen, die mit einer zurückhaltenden Spendebereitschaft einhergehen.

Problem langfristig abnehmender Blutspenden

Daher rufen die Blutspendedienste und die DGTI angesichts nach wie vor unterdurchschnittlicher Spenderzahlen weiterhin dazu auf, regelmäßig oder erstmals Blut zu spenden. Etwa die Hälfte der Erstspender würden erfahrungsgemäß zu Mehrfachspendern, so Eichler.

Auch von einer Coronavirusinfektion vollständig genesene Menschen seien geeignete Blutspender. Er wies außerdem auf das Problem langfristig abnehmender Blutspenden hin - die demografische Entwicklung in Deutschland gewinne Jahr für Jahr an Bedeutung.

Über den konkreten Verbrauch von Blutprodukten und die Art des Einsatzes gibt es bislang keine bundesweiten, sondern lediglich regionale Erhebungen. Nach Angaben der DGTI gibt es Bestrebungen, künftig Daten zum Spendeaufkommen und zur Art und Weise des Spendengebrauchs bundesweit zu erheben.

Hygienevorschriften wurden nochmals verschärft

Eichler betonte erneut, dass Blutspender keine Sorge haben müssten, sich bei der Spende mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Die bereits hohen Hygienevorschriften seien nochmals verschärft worden.

Weiterhin besteht für Empfänger keine Gefahr, sich über Blutprodukte mit dem Virus anzustecken. „Bislang ist kein Fall einer Coronavirus-Übertragung durch Blut oder Blutprodukte bekannt geworden.“ Als Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 gilt die Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Christiane Laszig

ich kenne Kollegen, die gern in diesen Zeiten Blut spenden würden, dies aber nicht tun, weil sie bei Tabletteneinnahmen nicht als Spender infrage kommen. Eine davon hat die Blutgruppe Null und sie nimmt morgens eine L-Thyroxin. Ich finde das seltsam, aber vielleicht gibt es eine gute Erklärung dafür?


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