Brustkrebs: Mit Krafttraining gegen Armlymphödem

NEU-ISENBURG (ikr). Frauen mit Brustkrebs, die ein Armlymphödem bekommen, schadet Krafttraining entgegen der bisherigen Annahme offenbar nicht. Im Gegenteil: Mit einem ausgewogenen Fitnessprogramm inklusive Krafttraining waren die Lymphödem-bedingten Beschwerden in einer aktuellen Studie geringer als ohne Sport.

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Immer noch bekommen etwa 17 Prozent der Frauen mit Mamma-Karzinom ein Armlymphödem, obwohl die operative und radiologische Brustkrebstherapie schonender geworden ist. US-Forscher haben jetzt bei 141 Frauen mit einem solchen Ödem den Effekt von Sport untersucht (NEJM 361, 2009, 664).

Die Brustkrebsdiagnose lag bereits mindestens ein Jahr zurück, und den Frauen waren im Mittel 15 Lymphknoten zur Ermittlung des Lymphknotenstatus entfernt worden. 71 Frauen absolvierten - ausgestattet mit Kompressionsbandagen - ein Jahr lang zweimal wöchentlich ein 90-minütiges Übungsprogramm in einem Fitnesscenter. Dazu gehörten Dehnübungen, ein Aufwärmtraining sowie Übungen zur Stärkung der Kraft in den Armen und Beinen. Das Training wurde innerhalb der ersten fünf Wochen langsam aufgebaut. Der Kontrollgruppe wurde hingegen von sportlichen Übungen abgeraten.

Nach einem Jahr hatten in beiden Studiengruppen ähnlich viele Frauen eine Schwellung der Oberarme von fünf Prozent oder mehr, das heißt mit Training waren Lymphödeme nicht stärker ausgeprägt als ohne. Die sportlich aktiven Frauen berichteten sogar über deutlich weniger Lymphödem-assoziierte Beschwerden als die Kontrollgruppe, und sie hatten seltener Exazerbationen (14 versus 29 Prozent). Schwer zu schaffen machen Frauen mit Lymphödem oft Schweregefühl und Spannungsempfinden sowie Bewegungseinschränkungen infolge der reduzierten Lymphtransportkapazität.

Einen deutlichen Schutz vor dem Armlymphödem bietet die Sentinel-Node-Biopsie, bei der statt der herkömmlichen Axilladissektion nur ein bis zwei Wächterlymphknoten entfernt werden. Nur drei Prozent von 238 so behandelten Frauen entwickelten in einer Studie Armödeme.

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