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Aortenstenose

Cholesterin als Treiber

Verkalkungen der Aortenklappe und Aortenklappenstenosen stehen wohl doch in ursächlichem Zusammenhang mit LDL-Cholesterin. Dafür sprechen Ergebnisse einer neuen Studie.

Veröffentlicht:

MONTREAL. Die vorliegenden Studiendaten zur Beziehung zwischen LDL-Cholesterin und degenerativer Aortenklappen-Erkrankungen ergeben derzeit kein klares Bild.

Einerseits liefern Beobachtungsstudien starke Anhaltspunkte dafür, dass erhöhte Cholesterinspiegel mit einem erhöhten Risiko für Kalzifizierungen und klinisch relevanten Stenosen der Aortenklappe assoziiert sind.

Anderseits verliefen prospektive Interventionsstudien, in denen versucht wurde, durch intensive Cholesterinsenkung die Prognose von Patienten mit manifesten Aortenklappen-Erkrankungen zu verbessern, durchweg enttäuschend. Das scheint auf den ersten Blick gegen eine kausale Beteiligung von Cholesterin an der Pathogenese dieser Erkrankungen zu sprechen.

Jetzt legt eine Forschergruppe um Dr. George Thanassoulis von der McGill University in Montreal neue Studiendaten vor, die wiederum die Annahme stützen, dass wohl doch ein kausaler Zusammenhang besteht (JAMA 2014; online 26. Oktober).

Die Untersucher machten sich dabei Ergebnisse sogenannter genomweiter Assoziationsstudien zunutze. In diesen Studien konnten zahlreiche DNA-Varianten - auch Single Nucleotide Polymorphisms (SNP) genannt - identifiziert werden, welche unter anderem die Ausprägung von Lipiden wie LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyzeride genetisch determinieren - ein Leben lang und unbeeinflusst von anderen Faktoren.

Auf Basis entsprechender Genvarianten bildeten Thanassoulis und seine Kollegen gewichtete genetische Risikoscores für die drei genannten Lipidfraktionen und untersuchten deren Beziehung zur Prävalenz von Verkalkungen und Inzidenz von klinisch relevanten Verengungen der Aortenklappe.

Cholesterinsenkung blieb wirkungslos

Dazu wurden genetische und klinische Daten von 6.942 Teilnehmern des internationalen CHARGE-Konsortiums (Cohorts for Heart and Aging Research in Genomic Epidemiology) sowie von knapp 28.500 Teilnehmern der Malmö Diet and Cancer Study herangezogen und analysiert.

Ausgehend von der genetischen Prädisposition standen sowohl HDL-Cholesterin als auch Triglyzeride in keiner Beziehung zum Auftreten von Aortenklappen-Erkrankungen.

Anders beim LDL-Cholesterin: Genvarianten, die ihre Träger lebenslang einem erhöhten LDL-Cholesterinspiegel aussetzen, waren signifikant sowohl mit der Prävalenz von subklinischen Klappenverkalkungen als auch mit der Inzidenz von Aortenklappenstenosen assoziiert.

Die Studienautoren sehen dadurch die Annahme bestärkt, dass LDL-Cholesterin als kausaler Faktor an der Pathogenese beteiligt ist.

Die Tatsache, dass die Cholesterinsenkung in den klinischen Studien dennoch wirkungslos blieb, erklärt sich nach ihrer Ansicht sehr wahrscheinlich durch das "Timing":

Cholesterinsenkung in einem Stadium, in dem die Aortenklappen-Erkrankung bereits manifest geworden ist, kommt wohl zu spät, um die Krankheitsprogression noch entscheidend beeinflussen zu können.

Ob eine sehr früh begonnene Senkung der Cholesterinspiegel besser Aortenklappen-Erkrankungen vorbeugt, muss aber in Studien noch bewiesen werden. (ob)

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