2019-nCoV / Lage in China angespannt

Coronavirus überträgt sich wohl auch bei milden Symptomen

China meldet erneut einen starken Anstieg der Coronavirus-Fälle. Es gibt Hinweise für eine Übertragbarkeit bereits bei milder Symptomatik. Auf einem Kreuzfahrtschiff wurden zehn Infektionen bestätigt.

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Die Sorge bleibt, Schutzmaßnahmen, wie hier bei einer Passagierin am Flughafen von Kuala Lumpur sind daher wichtig, um die Ausbreitung zu verhindern.

Die Sorge bleibt, Schutzmaßnahmen, wie hier bei einer Passagierin am Flughafen von Kuala Lumpur sind daher wichtig, um die Ausbreitung zu verhindern.

© Vincent Thian/AP/dpa

Peking/Yokohama Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten durch das neue Coronavirus 2019-nCoV ist in China wieder stark angestiegen.

Bis Mittwoch kletterte die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit innerhalb eines Tages um 3887 auf inzwischen 24.324, wie die Nationale Gesundheitskommission in Peking berichtete (siehe nachfolgende Grafik). Die Zahl der Toten legte um 65 auf 490 zu.

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Entwarnung gab es hingegen für acht deutsche Passagiere auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“, das vor Yokohama in Japan vor Anker liegt. Zwar wurden zehn Virusfälle unter den Passagieren entdeckt, aber die Deutschen waren nicht darunter.

Die Infizierten wurden ins Krankenhaus gebracht. Das Schiff mit 2666 Passagieren bleibt vorerst weiter unter Quarantäne, wie die Reederei der „Princess Cruises“ am Mittwoch berichtete. Auslöser war ein 80-Jähriger aus Hongkong, bei dem am Samstag das Virus entdeckt worden war.

Olympia-Organisatoren in Sorge wegen Coronavirus

Mit der Entdeckung der zehn Infizierten von dem Schiff stieg die Zahl der Fälle in Japan auf 33. Knapp sechs Monate vor dem Start der Olympischen Spiele in Tokio rückt damit auch bei den Organisatoren die schnelle Ausbreitung des Coronavirus in China in den Fokus.

„Ich bin ernsthaft besorgt, dass die Ausbreitung der Infektionskrankheit den Spielen einen Dämpfer versetzen könnte“, sagte Organisationschef Toshiro Muto am Mittwoch bei einem Treffen mit Vertretern des Internationalen Paralympischen Komitees in Japans Hauptstadt.

Außerhalb von Festland-China gibt es nun in mehr als zwei Dutzend Ländern etwa 230 bestätigte Infektionen, davon zwölf in Deutschland (siehe nachfolgende Tabelle).

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Übertragung auch bei milden Symptomen

Nach Erkenntnissen deutscher Forschungsinstitute kann das Coronavirus wohl auch von Patienten mit nur sehr milden Krankheitssymptomen übertragen werden.

Die Charité in Berlin, die München Klinik Schwabing und das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr teilten dies am Donnerstagabend in einer Erklärung mit.

Danach wurden Coronaviren im Nasen-Rachenraum auch bei einigen der derzeit in der Klinik Schwabing in München behandelten Patienten festgestellt, die nur schwachen Symptome zeigten. Zudem sei festgestellt worden, dass sich das Virus auch im Verdauungstrakt vermehre.

Wie bereiten Sie sich in der Praxis auf mögliche 2019-nCoV-Infektionen vor?

Schreiben Sie uns gerne auch mehr unter gp@springer.com
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Wir haben einen extra Infektionsraum und Einmalkittel.
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Übliche Hygienemaßnahmen wurden nochmals intensiviert.
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Im Verdachtsfall erfolgt direkt die Klinikeinweisung.
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Es wurde noch nichts vorgenommen.

Diese Beobachtungen seien deutliche Hinweise für eine Übertragbarkeit bereits bei milder oder beginnender Erkältungssymptomatik wie Halsschmerzen, einer Nasennebenhöhlen-Infektion oder nur einem leichten Krankheitsgefühl ohne Fieber, heißt es in der Mitteilung.

Wachsende Ressentiments gegenüber Chinesen

Nach aktuellen Angaben der Ärzte geht es den zwölf Erkrankten in Deutschland weiterhin gut. Außer zwei Infizierten, die am Samstag mit anderen Deutschen aus Wuhan ausgeflogen worden waren, gibt es zehn Patienten in Bayern, die in Zusammenhang mit dem Autozulieferer Webasto stehen.

Wegen der Ausbreitung des Virus wächst aus Sicht der chinesischen Botschaft in Berlin die Zahl der Anfeindungen gegen chinesische Bürger in Deutschland.

„Die jüngsten Anfeindungsfälle und die fremdenfeindlichen Äußerungen in einzelnen Medien haben nach dem Coronavirus-Ausbruch zugenommen und sind besorgniserregend“, teilte die Botschaft auf Anfrage mit.

Nach einem Angriff auf eine Chinesin in Berlin habe man sofort die Polizei kontaktiert. Wie die Berliner Polizei mitteilte, sollen zwei Frauen am Freitagnachmittag im Stadtteil Moabit eine Chinesin rassistisch beleidigt, bespuckt, an den Haaren zu Boden gerissen sowie geschlagen und getreten haben.

Die 23-Jährige wurde demnach am Kopf verletzt und ambulant in einem Krankenhaus behandelt, ihre Brille zerbrach. Die Angreiferinnen flüchteten.

Lesen Sie mehr in unserem Dossier.

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