Jetzt sechs Länder betroffen

Das neue Coronavirus erreicht die USA

Das neuartige Coronavirus ist nun auch außerhalb Asiens aufgetaucht: Die USA melden einen Infizierten. Wir zeigen, wo es wie viele bisher bestätigte Erkrankungsfälle gibt.

Veröffentlicht: 22.01.2020, 11:06 Uhr
Das neue Coronavirus erreicht die USA

Ein Mitarbeiter überwacht Bildschirme von Infrarot-Thermometern am Bahnhof Hankou in Wuhan. Durch die Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs, was die Gefahr erhöht, dass sich die neue Lungenkrankheit in andere Länder ausbreitet.

© Uncredited/CHINATOPIX/AP/dp

Peking. Das neue Coronavirus (2019-nCoV) ist nun auch außerhalb Asiens aufgetreten. In den USA sei ein Mensch an der neuen Lungenkrankheit erkrankt, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag (Ortszeit) mit.

Den Angaben zufolge handelt es sich um einen Mann aus Seattle, der nach einer Reise von der chinesischen Stadt Wuhan am 15. Januar in die USA zurückgekehrt ist. Er habe bei der Rückreise noch keinerlei Symptome bemerkt, sich dann aber zur Untersuchung in ein Krankenhaus begeben, hieß es.

Der Mann im Alter zwischen 30 und 40 Jahren sei in gutem Zustand. Es bestehe nur ein sehr geringes Risiko, dass er weitere Menschen angesteckt habe. Die Behörden sind laut CDC dabei, eine Liste der Menschen zusammenzustellen, mit denen der Mann Kontakt hatte.

Kliniken und Ärzte über Testverfahren informiert

Krankenhäuser und Ärzte in den USA würden schon seit rund zwei Wochen aktiv auf die neue Lungenkrankheit aufmerksam gemacht und über mögliche Testverfahren informiert, teilte das CDC weiter mit. Bislang müsse das CDC alle Tests durchführen. Das solle sich aber bald ändern.

Die Flughäfen in San Francisco und Los Angeles sowie der John-F.-Kennedy-Flughafen in New York führten schon seit dem 17. Januar Gesundheitskontrollen bei der Einreise aus Wutan durch, diese Woche sollen die Flughäfen in Atlanta und Chicago dazukommen. Reisende aus Wuhan müssen nun durch einen dieser fünf Flughäfen einreisen.

Schon mehr als 480 bestätigte Fälle

Unterdessen breitet sich das Coronavirus in China weiter aus. Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Erreger 2019-nCoV stieg im Vergleich zum Vortag um mehr als 100 auf 484 Fälle weltweit an (siehe nachfolgende Grafik). Insgesamt sind bereits 17 Todesfälle nachgewiesen worden, wie Chinas Staatsrat am Mittwoch berichtete.

Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am 25. Januar wächst die Gefahr einer Übertragung in andere Länder: Einige Hundert Millionen Menschen sind unterwegs. Sechs Staaten haben bislang Erkrankungsfälle gemeldet: China, Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan und die USA (siehe nachfolgende Karte).

Experten hatten zuvor erklärt, dass vereinzelte Einschleppungen der neuen Lungenkrankheit auch nach Europa immer wahrscheinlicher würden.

Thailand berichtete am Mittwoch von zwei weiteren Fällen der neuen Lungenkrankheit. Zwei Patienten wurden diese Woche positiv auf das neue Virus getestet, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Dabei handele es sich um eine Thailänderin, die von einer Reise aus Wuhan zurückkehrte. Der andere Patient sei ein Chinese, der Sonntag nach Thailand eingereist ist. Auch in Hongkong wurden zwei Erkrankungsfälle gemeldet.

Nordkorea macht Grenzen dicht

Aus Angst vor einer Einschleppung des neuen Coronavirus hat Nordkorea nach Angaben von Reiseagenturen vorerst seine Grenzen für ausländische Touristen geschlossen.

Nordkorea lasse von Mittwoch an keine Touristen mehr einreisen, teilten die in China ansässigen Agenturen Young Pioneer Tours und Koryo Tours auf ihren Webseiten mit. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, hieß es. Von Nordkorea gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.

WHO-Notfallausschuss tagt

Die steigende Zahl an 2019-nCoV-Infizierten und die Ausbreitung der Lungenkrankheit ruft auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf den Plan. Am Mittwoch erörtert der Notfallausschuss die Lage.

Die EU-Kommission plant ebenfalls ein Treffen, auf dem die Risiken durch die neue Lungenkrankheit bewertet werden. Nach Angaben eines Sprechers soll der Ausschuss für Gesundheitssicherheit am Donnerstag zusammenkommen. (dpa/ths)

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