Multiple Sklerose

Den vielen Facetten der Pathogenese auf der Spur

Lange galt MS als Krankheit der weißen Substanz. Mittlerweile ist bekannt, dass auch Schäden der grauen Substanz auftreten können, die für den weiteren Verlauf relevant sind.

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Neue Erkenntnisse zur Entstehung von MS.

Neue Erkenntnisse zur Entstehung von MS.

© Aintschie / Fotolia

PARIS. Fokale entzündliche Demyelinisierung und axonale Schädigung wurden traditionell als die wichtigsten Folgen der fehlgeleiteten Immunreaktion bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) angesehen. In den vergangenen Jahren habe sich immer deutlicher gezeigt, dass auch die graue Substanz am Krankheitsgeschehen beteiligt ist, berichtete Professor Stephen L. Hauser, Weill Institute for Neurosciences, University of California, San Francisco, beim ECTRIMS-Kongress in Paris.

Die Schäden in der grauen Substanz des Kortex sind dabei keineswegs nur auf die späte Krankheitsphase beschränkt, sondern treten bereits früh im Krankheitsverlauf auf. Im weiteren Verlauf der Erkrankung nehmen die kortikalen Läsionen zu, besonders beim Übergang in die sekundär progredienten Phase. Ihr Ausmaß ist korreliert mit kortikaler Atrophie und Behinderungsprogression. Diese Läsionen sind oft assoziiert mit einer meningealen Inflammation und B-Zell-reichen follikelartigen Strukturen.

Mit dem konventionellen MRT könne bei der Multipler Sklerose nur die Spitze des Eisberges abgebildet werden, sagte Professor Dana Horàkovà, Department of Neurology and Center of Clinical Neuroscience, Universität Prag, bei der vom Unternehmen Roche Pharma unterstützten Veranstaltung. Das Gesamtbild der krankheitsbedingten Defizite eines MS-Patienten könne damit aber oftmals nicht vollumfänglich erklärt werden. Während sich Veränderungen in der weißen Substanz im konventionellen MRT gut darstellen ließen, sei die genaue Darstellung und Quantifizierung kortikaler Läsionen schwieriger.

Um das gesamte Spektrum der Veränderungen im Gehirn – einschließlich des Ausmaßes der MikrogliaAktivierung, subpialer Läsionen und der entzündlichen Aktivität innerhalb bestehender Läsionen der weißen Substanzen – sichtbar zu machen und die Auswirkungen auf das Fortschreiten der körperlichen Behinderung bei MS-Patienten abschätzen zu können, seien neuartige bildgebende Verfahren erforderlich, so Horàkovà in Paris.

Das sei die Grundlage für eine tatsächlich individualisierte Therapie von MS-Kranken und ermögliche es den behandelnden Ärzten, bei unzureichendem Ansprechen auf eine Medikation rechtzeitig eine Optimierung der Therapie vornehmen zu können. (aam)

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