Impfstrategie

Der Sieben-Punkte-Plan von GSK

Bis es zu einem gesellschaftlichen Konsens über eine Impfpflicht gegen Masern kommt, könnten auch pragmatische Einzelschritte zum Ziel führen, findet Hersteller GlaxoSmithKline.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Als einer der bedeutenden Hersteller von Impfstoffen hat sich das Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) in die Debatte um eine Impfpflicht gegen Masern eingeschaltet.

Vor dem Hintergrund der in diesem Jahr stark steigenden Zahl von Masern-Infektionen und der Tatsache, dass Deutschland auch das auf 2015 verschobene Ziel, die Masern zu eliminieren, abermals verfehlen wird, hatte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr jüngst eine Impfpflicht in Gespräch gebracht.

Auch unternehmensintern werde dies - kontrovers - diskutiert, heißt es in einer Mitteilung von GSK. Notwendig sei eine solche Diskussion, um einen gesellschaftlichen Konsens herbeizuführen.

Das erfordere Zeit, die aber für pragmatische, ebenfalls an das Ziel heranführende Schritte genutzt werden solle. Im Einzelnen schlägt GSK vor:

› Ärzte und Krankenkassen sollten dazu verpflichtet werden, Erinnerungs- und Einladungssysteme für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen einzurichten.

› Bei jeder Vorsorgeuntersuchung sollte obligatorisch der Impfstatus geprüft werden.

› Vor Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung und vor dem Schulabschluss sollte der Impfstatus überprüft werden. Verbunden werden kann dies mit dem Angebot, Impflücken zu schließen.

› Arbeitgeber im Gesundheitswesen, in der Altenpflege und in Gemeinschaftseinrichtungen sollten verpflichtet werden, Mitarbeiter ohne Impfungen oder mit unklarem Impfschutz von solchen Arbeiten freizustellen, bei denen ein Kontakt mit kranken oder betreuten Menschen entsteht.

› Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten sollten für Impfkampagnen genutzt werden.

› Erstattungsregelungen müssten so gestaltet werden, dass Ärzte ohne Einschränkung nach der Schutzimpfungsrichtlinie impfen können, beispielsweise auch in Notfallambulanzen gegen Tetanus, Diphterie und Pertussis, wenn sich Patienten verletzt haben.

› Die Bundesregierung könne die Position eines Impfbeauftragten schaffen.

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