Direkt zum Inhaltsbereich

COVID-19

Deutsche Hydroxychloroquin-Studien ausgesetzt

Die deutschen Studien zur Wirksamkeit von Hydroxychloroquin bei COVID-19 werden unterbrochen. Das hängt auch mit dem hohen politischen und medialen Druck zusammen.

Anne BäurleVon Anne Bäurle Veröffentlicht:
Zur Wirkung von Hydroxychloroquin bei COVID-19 gibt es derzeit keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien.

Zur Wirkung von Hydroxychloroquin bei COVID-19 gibt es derzeit keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien.

© David/stock.adobe.com

Neu-Isenburg. Nachdem Professor Peter Kremsner, Koordinator der beiden deutschen Studien zur Wirkung von Hydroxychloroquin bei COVID-19, Anfang dieser Woche noch zuversichtlich war, bestätigt er nun: Die Studien pausieren erst einmal für einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen.

Das sei nach intensiven Beratungen, unter anderem mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Vertretern der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ethikkommission, beschlossen worden.

„Wir werden in dieser Zeit unsere Daten mit einem Sicherheitskomitee besprechen. Ich bin aber positiv gestimmt, dass wir unsere Studien dann weiterführen können“, sagte Kremsner im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“. Es gebe aus den bisherigen Studiendaten heraus keine Sicherheitsbedenken. Kremsner betonte: „Hydroxychloroquin ist weder Wundermittel noch Teufelszeug.“

Weitere Forschungen nötig

Es müsse aber in klinischen Studien weiter erforscht werden. Derzeit gebe es im Bezug auf das Malaria-Medikament allerdings einen hohen politischen und medialen Druck.

Kürzlich war eine Beobachtungsstudie publiziert worden, die bestätigte, dass sich Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Anwendung bei COVID-19 eignen. Im Gegenteil: Die Wirkstoffe erhöhen womöglich die Todesrate und führen zu mehr Herzrhythmusstörungen.

Lesen sie auch

Die WHO hatte daraufhin ihre Untersuchungen zu Hydroxychloroquin gestoppt. Auch Frankreich reagierte auf die kritischen Ergebnisse der Studie und hat die Aussetzung COVID-19-relevanter klinischer Studien mit Hydroxychloroquin eingeleitet.

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Randomisierte Studie aus Brasilien

Long-COVID: Fluvoxamin mit Besserung von Fatigue assoziiert

GBA-Beschluss

Neue Vorgaben zur Corona-Impfung gesetzlich Versicherter in Kraft getreten

Urteil aufgehoben

Fünf Jahre nach Corona-Impfaktion droht Arzt nun Strafe

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Wann zählt die FSME-Impfung bei der Vorhaltepauschale mit?

Lesetipps
Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt

Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026