Direkt zum Inhaltsbereich

Schlechtere Prognose

Diabetes fördert Nierenversagen bei COVID-19

COVID-19-Patienten, die eine Krankenhausbehandlung benötigen, haben ein hohes Risiko für ein akutes Nierenversagen. Das gilt vor allem für Diabetiker und Menschen mit kardiovaskuläre Vorerkrankungen.

Veröffentlicht:
Das Risiko für ein Nierenversagen wird einer Studie zufolge bei COVID-19-Patienten durch einen bestehenden Diabetes um das 1,76-Fache erhöht.

Das Risiko für ein Nierenversagen wird einer Studie zufolge bei COVID-19-Patienten durch einen bestehenden Diabetes um das 1,76-Fache erhöht.

© Crystal light / stock.adobe.com

Great Neck. Forscher der Zucker School of Medicine im US-Staat New York haben retrospektiv die Daten von 5449 COVID-19-Patienten ausgewertet, die zwischen Anfang März und Anfang April in 13 New Yorker Krankenhäusern behandelt worden waren (Clin Invest 2020; 98:209).

56 Prozent waren Hypertoniker, 33 Prozent Diabetiker und 27 Prozent adipös. 37 Prozent entwickelten ein akutes Nierenversagen, etwa ein Drittel davon eine schwere Form mit mindestens dreifachem Kreatininanstieg binnen sieben Tagen oder einer Dialysepflicht, die 14 Prozent betraf.

Um 1,76-fach erhöhtes Risiko für Nierenversagen bei Diabetikern

Im Gesamtkollektiv musste gut jeder fünfte Patient beatmet werden. Von den beatmeten Patienten hatten knapp 90 Prozent ein akutes Nierenversagen, bei den nicht beatmeten Patienten waren es nur 22 Prozent. Von den dialysepflichtigen Patienten wurden 97 Prozent beatmet.

Diabetes erhöhte das Risiko für ein Nierenversagen um das 1,76-Fache, kardiovaskuläre Vorerkrankungen um das 1,48-Fache und Hypertonie um das 1,26-Fache. ACE-Hemmer oder AT1-Blocker hatten keinen negativen Einfluss. Von den Patienten mit Nierenversagen starben bis zum Beobachtungsende 35 Prozent, im Gesamtkollektiv 16 Prozent.

37 Prozent erlitten akutes Nierenversagen

In einem Kommentar schreibt Professor Emanuel Fritschka, Internist aus Bad Brückenau, dazu im Fachblatt „MMW Fortschritte der Medizin“ (2020; 162 (18):31): „COVID-19 ist primär eine respiratorische Erkrankung, aber andere Organe inklusive der Nieren sind oft mitbetroffen. Die Studie unterstreicht den engen Zusammenhang zwischen respiratorischer Insuffizienz und akutem Nierenversagen. Immerhin 37 Prozent der hospitalisierten COVID-19-Patienten erlitten ein akutes Nierenversagen, und dies verschlechterte die Prognose deutlich. Vor allem bei Diabetes und bei kardiovaskulären Vorerkrankungen ist das Risiko für ein Nierenversagen erhöht.“ (eis)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Nur ein Übergangszustand

Metabolisch unauffällige Adipositas wohl nicht gutartig

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Dr. Hartwig Raeder 05.11.202007:36 Uhr

Das war ja wohl zu erwarten. Covid ist eine Lungenkrankheit. Jede Lungenkrankheit verkleinert die pulmonale Ventilation. Nach Euler-Liljestrand verringert sich die pulmonale Perfusion, also das Lungenzeitvolumen. Das Lungenzeitvolumen ist mit dem Herzzeitvolumen identisch. Die renale Perfusion und damit auch die glomeruläre Filtration werden kleiner. Die Konzentration der harnpflichtigen Stoffe im Plasma steigt an. Quod erat demonstrandum.

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kürzer ist oft besser

Wann ein Antibiotikum früher abgesetzt werden kann

Wohlbefinden stärken

Wie sich psychische Erkrankungen im Praxisteam vorbeugen lassen

Virushepatitis im Urlaub

Hepatitis auf Reisen: Wie schützen und wen?

Lesetipps
Frau mit Restless-Legs-Syndrom liegt im Bett und wackelt mit den Beinen.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Achtung vor RLS-Mimics

Restless-Legs-Syndrom: Mit 5 Kriterien zur Diagnose

Einzelne Bilder von Lebensmitteln die reich an Histamin sind.

© PhotoSG / stock.adobe.com

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen