Direkt zum Inhaltsbereich

Durch Rauchverbot sinkt auch Zahl respiratorischer Notfälle

TORONTO (hub). In Orten mit Rauchverboten geht die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen Asthmaanfällen und aufgrund anderer respiratorischer Erkrankungen zurück. Auch die Zahl kardiovaskulärer Notfälle sinkt.

Veröffentlicht:
Auch die Atemwege sind dankbar für Rauchverbote.

Auch die Atemwege sind dankbar für Rauchverbote.

© Andreas Klein / fotolia.com

Über einen Zeitraum von zehn Jahren haben Forscher der Universität von Toronto in Kanada Daten erhoben. Dieser Zeitraum erfasst drei Jahre vor und sieben Jahre nach Inkrafttreten von Rauchverboten in Toronto. Dabei wurde nicht nur auf die Gesundheit von Herz und Hirn geachtet - wie in vielen anderen Studien zu Rauchverboten (wir berichteten). Die Forscher werteten auch die Daten zu Krankenhauseinweisungen aufgrund respiratorischer Erkrankungen aus (CMAJ 2010; 182: 761).

Die Ergebnisse: Die absolute Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Atemwegserkrankungen ging um 33 Prozent zurück. Hier wurden Asthma, COPD, Pneumonie und Bronchitis erfasst. In Kontrollgemeinden ohne Rauchverbot gab es keinen Rückgang bei den entsprechenden Krankenhauseinweisungen. Die Zahl der Einweisungen aufgrund von Erkrankungen, die als Kontrolle dienten, war durch das Rauchverbot nicht beeinflusst. Hier wurden Magen-Darm-Erkrankungen und Appendizitis ausgewertet.

Wie in anderen Studien auch, wurde ein Rückgang der Zahl an Herzinfarkten errechnet und zwar um 17 Prozent. Das ist deutlich niedriger als in anderen Studien. Die Autoren merken hierzu an, dass ansonsten meist nur kurze Zeiträume nach Inkrafttreten von Rauchverboten ausgewertet würden. Vor allem im ersten Jahr danach wird ein deutlicher Rückgang der Zahl von Infarkten registriert, teilweise von mehr als 50 Prozent. Dieser Akutnutzen könnte über den langen Zeitraum von sieben Jahren verdünnt werden.

Werden mehrere kardiovaskuläre Ereignisse gemeinsam betrachtet -Herzinfarkt, Angina pectoris und Schlaganfall - wird auch in Kanada ein Rückgang der Krankenhauseinweisungen registriert, nämlich um fast 40 Prozent.

Noch ein Ergebnis ist an der Studie interessant: Die größten Effekte auf die Gesundheit hatten Rauchverbote in Restaurants, noch vor jenen am Arbeitsplatz. Gründe seien die allgemeine Verfügbarkeit von Restaurants und die hohe Frequenz von Restaurantbesuchen in der untersuchten Population.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Aktive Überwachung

Prostatakrebs: Urintest kann Biopsien ersparen

Tirzepatid versus „einfache“ GLP-1-RA

Früher Einsatz eines GIP-/GLP-1-RA bei Typ-2-Diabetes zahlt sich wohl aus

Lesetipps
Schmerzen im Knie - Zwei Hände fassen an das Gelenk.

© Hound / stock.adobe.com / Generated with AI

Kasuistik

Seltene Kristallarthropathie nach Bypass-Operation