Krankheiten der Kornea

EU fördert Forschung gegen Blindheit

Das Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln, zweitgrößter Partner eines Forschungsverbundes, wird mit 1,3 Millionen Euro unterstützt.

Veröffentlicht: 14.06.2016, 11:39 Uhr

KÖLN. "Arrest blindness" - also: "Erblindung aufhalten" - ist der Name eines neuen europäischen Forschungsverbundes, den die EU mit insgesamt sechs Millionen Euro fördert.

Ziel des Projektes ist es, neue Therapien zu entwickeln, die im Bereich der Hornhaut und der Augenoberfläche einer drohenden Erblindung entgegenwirken. Das Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln ist mit 1,3 Millionen Euro der zweitgrößte Projektpartner.

Die Hoffnung der Forscher sei, neue regenerative Therapien zu finden, welche drohende Erblindung abwenden oder zumindest verzögern können, teilt die Uni Köln zum Projekt mit. Damit Forschungsergebnisse so schnell wie möglich den Patienten angeboten werden können, seien auch Medizinunternehmen an dem Projekt beteiligt. Des Weiteren würden mehrere klinische Studien initiiert, im Rahmen derer wiederum Forschungsergebnisse in die Klinik übertragen werden sollen.

Neben der federführenden Klinik in Linköping, Schweden, sei das Zentrum für Augenheilkunde der Uniklinik Köln mit einer Fördersumme von 1,3 Mio Euro der größte Projektpartner, heißt es in der Mitteilung.

Gemeinsam mit dem Zentrum für Klinische Studien Köln würden zudem zwei Studien gefördert, die in Köln erstmals Patienten angeboten werden können ("First-in-Men" Studien).

"Wir versuchen mit neuen Bioimplantaten den weltweiten Spendermangel bei der Hornhauttransplantation zu bekämpfen", wird Professor Claus Cursiefen zitiert, der Leiter der Kölner Studien und Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Augenheilkunde an der Uniklinik Köln.

"In der zweiten Studie versuchen wir, in Kooperation mit dem Laserzentrum Lübeck, mittels hochauflösender Bildgebungstechnologien bisher klinisch unsichtbare Lymphgefäße in der Hornhaut zu erkennen und dann gezielt zu zerstören."

Nach Entzündungen kann es zu einem Einwachsen von Lymphgefäßen in die Hornhaut kommen. "Diese können eine Ursache von Abstoßungsreaktionen sein - vor allem nach einer erfolgten Hornhauttransplantation.

Das Problem: Diese Lymphgefäße sind unsichtbar", so Cursiefen in der Mitteilung der Uni Köln. "Experimentelle Daten zeigen uns jedoch, dass eine vorherige Zerstörung der krankhaften Gefäße das Überleben eines Hornhauttransplantates deutlich erhöhen kann. Dafür ist es notwendig, die Gefäße sichtbar zu machen. Das hoffen wir mithilfe der Lasertechnologie zu erreichen." (eb)

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