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Echsengift-Analogon ist neue Option für Typ-2-Diabetiker

FRANKFURT / MAIN (hbr). Typ-2-Diabetiker, bei denen die orale Therapie versagt, müssen nicht mehr automatisch Insulin erhalten: Ab Mai gibt es mit Exenatide (Byetta®) eine Alternative zur Therapie mit Tabletten plus Insulin. Eingesetzt wird es bei Patienten, die noch kein Betazell-Versagen haben.

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Das Präparat ist als Zusatztherapie zu Metformin oder einem Sulfonylharnstoff indiziert, wenn die Patienten trotz der Tabletten ihre Zielwerte verfehlen. Die Therapie ist einfach: Sie injizieren es morgens und abends subkutan vor dem Essen per Fertig-Pen. Die Dosis beträgt in den ersten vier Wochen zweimal täglich 5 µg und anschließend zweimal täglich 10 µg.

Exenatide stimuliert die Insulinsekretion. Besonders geeignet ist es für Patienten, die übergewichtig sind. Sie haben häufig einen Body Mass Index über 30 kg/m², so Dr. Gerhard Klausmann aus Aschaffenburg. Diese Patienten produzieren eigentlich genug Insulin, aber die Sekretion ist zeitlich verändert. So kann bei Typ-2-Diabetes schon früh der erste, schnelle Insulinpeak nach dem Essen abflachen, der für die postprandialen Werte wichtig ist. Keine ausreichende Sekretion ist bei schlanken älteren Patienten zu erwarten: Sie haben oft eine unerkannte Spätform des Typ-1-Diabetes. Der Anteil unter Typ-2-Patienten macht zehn Prozent aus.

Exenatide kann zum Beispiel die erste Phase der Insulinsekretion wieder herstellen und senkt signifikant postprandiale Blutzucker- und HbA1c-Werte. Die Substanz wirkt nur, solange der Blutzucker 90 bis 110 mg/dl überschreitet. Das mindert die Angst vor Hypoglykämien.

In Studien nahmen die Patienten zudem ab - ohne Ernährungsvorgaben. Das kann am früheren Sättigungsgefühl und der langsameren Magenentleerung liegen: Sie essen dann weniger.

Zu Beginn der Therapieänderung sollten die Patienten, wie üblich, den Blutzucker öfter durch Tagesprofile überprüfen - wenn Sulfonylharnstoffe (SH) im Spiel sind, besonders häufig. Deren Dosis muß reduziert werden, so Klausmann bei einem Symposium von Lilly in Frankfurt am Main. Denn wenn sie ständig die Insulinabgabe forcieren, steigt das Hypoglykämierisiko. Metformin bietet demgegenüber Vorteile, weil es die Insulinsekretion nicht steigert. Hat der Patient zuvor eine Metformin-SH-Kombination erhalten, lohnt ein Versuch, den SH ganz zu streichen. Sobald die Werte stabil sind, genügen als Überblick meist ein oder zwei Tagesprofile pro Woche.

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