Ecstasy scheint Gedächtnis dauerhaft zu schaden

HAMBURG (nie). Dauerhafter Konsum von Ecstasy kann zu anhaltenden zu Gedächtnisschäden führen. Darauf deutet eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Veröffentlicht:

"Das neurotoxische Potential von Ecstasy ist wesentlich höher als das von Kokain, Cannabis und Amphetaminen", sagte der Leiter der Studie, Professor Rainer Thomasius von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKE.

In der Studie wurden 120 Teilnehmer in vier Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe mit aktuellen Ecstasykonsumenten, eine mit ehemaligen Konsumenten, eine mit Personen, die Cannabis, Amphetamine oder Kokain konsumierten, und eine mit Personen ohne Drogenkonsum.

Die Hälfte der aktuellen und 59 Prozent der ehemaligen Ecstasykonsumenten hatten kognitive Störungen. Auch noch fünf Monate nach Beendigung des Ecstasykonsums waren diese Beeinträchtigungen bei einigen Konsumenten nachweisbar. Zudem hatten Ecstasykonsumenten wesentlich häufiger Depressionen und Angstzustände als Konsumenten anderer Drogen.

Ecstasykonsumenten fielen durch eine verminderte Merkfähigkeit, Lernstörungen, Probleme bei der Wortfindung und Verlust von Zeitgefühl auf, berichtete Thomasius. Neu Erlerntes konnten sie in Tests nicht mehr so gut im Langzeitgedächtnis ablegen.

Da aktuelle und ehemalige Ecstasykonsumenten nahezu gleichermaßen betroffen waren, müsse davon ausgegangen werden, daß sich diese Gedächnisstörungen nicht mehr zurückbilden.

Bei 73 Prozent der aktuellen Ecstasykonsumenten stellten die Forscher zudem eine schwere Abhängigkeit von der Substanz fest. Jeder fünfte, der mit Ecstasy in Kontakt kommt, wird abhängig, sagte Thomasius. Der ersten Kontakt mit der Droge erfolge oft schon im Alter von elf bis zwölf Jahren. Vor der Partydroge müßte daher verstärkt gewarnt werden.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zunehmend Evidenz für additive Therapien

Insulinresistenz auch bei Typ-1-Diabetes in den Fokus nehmen!

S3-Leitlinie Mammakarzinom

Brustkrebs: So viel Sport ist empfehlenswert

Lesetipps
Junge Menschen trösten eine Frau.

© Photographee.eu / stock.adobe.com

Vom Mentor bis zur Trainings-App

So unterstützen Sie junge Erwachsene mit Krebs