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Cholangio-Ca

Entscheidungshilfe für Leberoperation

Mit dem Gen MACC1 kann das Rezidivrisiko von Patienten mit Klatskin-Karzinom eingeschätzt werden.

Veröffentlicht:

BERLIN. Welche Patienten mit Cholangiokarzinom profitieren von einer Leberoperation? Mit dem Gen MACC1 steht Ärzten jetzt erstmals eine Entscheidungshilfe für die Therapie des Klatskin-Karzinoms zur Verfügung, heißt es in einer Mitteilung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC).

Ist die Aktivität von MACC1 niedrig, haben Patienten eine gute Therapiechance und eine höhere Lebenserwartung. Ist das Gen hochreguliert, sei das Rückfallrisiko hoch (Hepatology 2015; 62:841-850).

Das Metastasierungsgen MACC1 hatten Wissenschaftler 2009 in Gewebeproben von Darmkrebspatienten entdeckt. Es fördert nicht nur das Krebswachstum, sondern auch die Metastasenbildung. Das Gen ist auch Hauptregulator des sogenannten HGF/Met-Signalwegs. Er steuert Zellwachstum, Zellwanderung und auch die Entstehung von Metastasen.

Darüber hinaus spielt das Gen Met in diesem Signalweg eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Klatskin-Karzinoms.

Die MDC-Forscher untersuchten in ihrer Studie Gewebeproben von insgesamt 156 Patienten mit Klatskin- und intrahepatischen Cholangiokarzinomen (ICC), denen zwischen 1998 und 2003 ein Teil der Leber entfernt worden war, heißt es weiter. Unter ihnen befanden sich 76 Patienten mit Klatskin-Karzinomen.

Die Gewebeproben enthielten sowohl Krebsgewebe als auch karzinomfreies Gewebe. Hinzu kamen Gewebeproben von Patienten mit gutartigen Lebererkrankungen.

MACC1 nicht als prognostischer Biomarker für intrahepatische Cholangio-Karzinome geeignet

Die Untersuchung habe ergeben, dass MACC1 in dem Karzinomgewebe zehn mal höher angeschaltet war als in gesundem Gewebe. Auch in Karzinomen, die sich nach der Op bei den Patienten wieder gebildet hatten, war MACC1 viel stärker aktiv als in gesundem Gewebe.

Die Überlebenszeit der Patienten mit hohen MACC1-Werten betrug im Schnitt etwas weniger als zwei Jahre (613 Tage), bei Patienten mit niedrigen MACC1-Werten hingegen über sechs Jahre (2257 Tage).

Die rückfallfreie Zeit betrug bei den Patienten mit hohen MACC1-Werten knapp zwei Jahre (753 Tage), bei Patienten mit niedrigen MACC1-Werten hingegen fast neun Jahre (3119 Tage).

Als Biomarker für das ICC-Karzinom erwies sich MACC1 als nicht geeignet. Die Forscher vermuten, dass ICC- und Klatskin-Karzinome sich klinisch unterschiedlich verhalten, da sie auch aus unterschiedlichen Gallenwegen stammen.

MACC1 ist darüber hinaus ursächlich für die Entstehung Fernmetastasen verantwortlich. Die Kliniker und Forscher sehen deshalb in MACC1 nicht nur einen Indikator für die Schwere einer Erkrankung, sondern auch ein Angriffsziel für eine Therapie, so die MDC-Mitteilung.

In präklinischen Studien sie bereits neue Substanzen, die sowohl die Expression als auch die Aktivität des MACC1-Gens hemmen. (eb)

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