Das Glas ist halb voll

Erektile Dysfunktion durch Blutdrucksenker?

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Die HOPE-3-Studie hat zwar eindrucksvoll den Nutzen einer Statintherapie in der Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse bestätigt, aber zugleich die Hoffnung zerschlagen, eine Therapie mit einem Statin und/oder einem Sartan könnte ein anderes vaskuläres Ereignis verhindern – nämlich die erektile Dysfunktion. Dieses Ergebnis enttäuscht aber nicht völlig: So wird die Manneskraft unter der Therapie nicht schlechter, das Glas ist also immerhin halb voll.

Da nicht wenige Männer ihr nachlassendes Stehvermögen auf die Nebenwirkungen von Antihypertensiva zurückführen und die Compliance unter solchen Befürchtungen leidet, können Ärzte das nun mit harten Fakten kontern: Zumindest unter einer Sartanbehandlung sind keine negativen Konsequenzen für die Sexualfunktion zu befürchten.

Solche Schlüsse lassen sich freilich nicht auf andere Klassen von Blutdrucksenkern übertragen, Ärzte sollten daher die Bedenken ihrer männlichen Patienten ernstnehmen, wenn diese über Potenzprobleme klagen. HOPE-3 hat jedenfalls gezeigt, dass eine Behandlung mit Statinen und modernen Antihypertensiva auch ohne solche Nebenwirkungen möglich ist. Erektile Funktionsstörungen liefern daher keinen Grund, auf eine nötige Blutdrucksenkung zu verzichten.

Lesen Sie dazu auch: Potenzschwäche: Keine bessere Potenz mit Blutdrucksenkern

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