Direkt zum Inhaltsbereich

Das Glas ist halb voll

Erektile Dysfunktion durch Blutdrucksenker?

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Die HOPE-3-Studie hat zwar eindrucksvoll den Nutzen einer Statintherapie in der Primärprävention kardiovaskulärer Ereignisse bestätigt, aber zugleich die Hoffnung zerschlagen, eine Therapie mit einem Statin und/oder einem Sartan könnte ein anderes vaskuläres Ereignis verhindern – nämlich die erektile Dysfunktion. Dieses Ergebnis enttäuscht aber nicht völlig: So wird die Manneskraft unter der Therapie nicht schlechter, das Glas ist also immerhin halb voll.

Da nicht wenige Männer ihr nachlassendes Stehvermögen auf die Nebenwirkungen von Antihypertensiva zurückführen und die Compliance unter solchen Befürchtungen leidet, können Ärzte das nun mit harten Fakten kontern: Zumindest unter einer Sartanbehandlung sind keine negativen Konsequenzen für die Sexualfunktion zu befürchten.

Solche Schlüsse lassen sich freilich nicht auf andere Klassen von Blutdrucksenkern übertragen, Ärzte sollten daher die Bedenken ihrer männlichen Patienten ernstnehmen, wenn diese über Potenzprobleme klagen. HOPE-3 hat jedenfalls gezeigt, dass eine Behandlung mit Statinen und modernen Antihypertensiva auch ohne solche Nebenwirkungen möglich ist. Erektile Funktionsstörungen liefern daher keinen Grund, auf eine nötige Blutdrucksenkung zu verzichten.

Lesen Sie dazu auch: Potenzschwäche: Keine bessere Potenz mit Blutdrucksenkern

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Ungewöhnliche Studie

Konsequente Blutdrucksenkung – ein Ansatz zur Demenzprävention

QUADRO-Daten

Behandlungsresistente Hypertonie: Vier-in-Eins-Kapsel schlägt Dreier-Einzelkombi

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Cardisio

© Cardisio

Cardisio

Cardisiographie mit LVEF-Erkennung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 26.02.201815:42 Uhr

HOPE-3-Studie eher weniger überzeugend

In der HOPE-3-Studie senkte die Monotherapie mit dem Statin den primären Studien Endpunkt von 4,8 Prozent im Placebo-Arm auf 3,7 Prozent nach der Behandlung mit Rosuvastatin, eine Differenz von 1,1 von Hundert.

Die Kombination aus Candesartan (16 mg/die) und Hydrochlorothiazid (12,5 mg/die) senkte den primären Endpunkt von 4,4 auf 4,1 Prozent (Hazard Ratio 0,93; 0,79-1,10). Der coprimäre Endpunkt sank von 5,2 auf 4,9 Prozent (Hazard Ratio 0,95; 0,81-1,11), also ebenfalls nur um 0,3 Prozent.

Der in Hope-3 verwendete Typ-1-Angiotensin-II-Rezeptor-Blocker (AT1-Blocker) Candesartan war ein ungeeignetes Studienobjekt für die erektile Dysfunktion (ED). Bei Valsartan, Irbesartan und Losartan sind dagegen potenzstabilisierende Effekte bekannt und therapeutische Effekte bei ED nachgewiesen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Abb. 1: MATTERHORN-Regime beim GC/GEJC: ereignisfreies Überleben (EFS)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [10]

Perioperativ behandeln – kurativ denken

Durvalumab-basierte Therapie bei drei Tumorentitäten

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinien-Update

Welcher Kompressionsstrumpf ist der richtige?

Lesetipps
Farbige Röntgenaufnahme der Lendenwirbelsäule mit einem Kompressionsbruch

© ALAIN POL / Science Photo Library

Risikopatienten identifizieren

Osteoporose: So verhindern Sie die (nächste) Fraktur

Group of people over vintage colors background smiling with hands on chest with closed eyes and grateful gesture on face. Health concept.

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Diskriminierung

Rassismus in der Hausarztpraxis: Warum Hinschauen die Versorgung verbessert