Suchtkrankheiten

Erfolg mit Heroin plus Methadon

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In den Niederlanden rauchten 85 Prozent der Süchtigen die Opiate, so Professor Wim van den Brink vom Institut für Suchtforschung an der Universität Amsterdam.

Zwei Studien zur heroingestützten Therapie haben ergeben, daß es durch die Kombination von Methadon mit Heroin bei diesen Schwerstabhängigen im Zeitraum von zwölf Monaten effektiver gelang, den Gesundheitszustand und die soziale Situation zu verbessern und die Kriminalität zu verringern als durch Methadon alleine.

Eine der Studien erfolgte mit inhalierbarem Heroin plus Methadon (n=375), die andere mit intravenös gespritztem Heroin plus Methadon, beide Studien mit Methadon-Kontrollgruppen.

In der anschließenden Follow-up-Phase von drei Jahren wechselte die Hälfte der Teilnehmer aus den Heroingruppen in ein Programm zur Methadonsubstitution oder ein abstinenzorientiertes Programm.

Das belegt nach Angaben von van den Brink, daß ein Teil der Suchtkranken trotz des Angebots von Heroin von den Betreuern für andere Therapien gewonnen werden kann. Diejenigen, die kein Angebot mehr wahrnahmen, fielen innerhalb von zwei Monaten auf ihren früheren schlechten Status zurück.

Derzeit bekommen in den Niederlanden in sechs Städten etwa 300 Suchtkranke Heroin auf Rezept. Das Programm soll auf bis zu 1000 Teilnehmer ausgeweitet werden. (nsi)

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