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Darmkrebsvorsorge

Erfolge bei Alternative zur Darmspiegelung

Verwandte von Darmkrebs-Patienten gelten als Risikogruppe, aber nur wenige machen von einer Koloskopie Gebrauch. Jetzt gibt es Fortschritte bei einer anderen - für Patienten angenehmeren - Vorsorgeuntersuchung.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Die Darmkrebs-Vorsorge steht wieder an. Muss es aber unbedingt eine Koloskopie sein?

Die Darmkrebs-Vorsorge steht wieder an. Muss es aber unbedingt eine Koloskopie sein?

© SP-PIC / fotolia.com

LA LAGUNA. "Verwandte ersten Grades von Patienten mit kolorektalem Karzinom sollten in einem Lebensalter, das zehn Jahre vor dem Alterszeitpunkt des Auftretens des Karzinoms beim Indexpatienten liegt, erstmals komplett koloskopiert werden, spätestens im Alter von 40 bis 45 Jahren.

Die Koloskopie sollte bei polypenfreiem Darm in der initialen Koloskopie mindestens alle zehn Jahre wiederholt werden." So steht es in der S3-Leitlinie zum kolorektalen Karzinom, Version 1.1 vom August dieses Jahres.

Nur ein Fünftel nimmt teil

Allerdings zählt die Koloskopie bei den Patienten nicht zu den beliebtesten Untersuchungen. Jüngste Zahlen zum deutschen Koloskopie-Screening etwa haben gezeigt, dass nur rund ein Fünftel der Berechtigten von dem Angebot Gebrauch macht.

Eine spanische Arbeitsgruppe um den Gastroenterologen Enrique Quintero von der Universität La Laguna auf Teneriffa hat deshalb untersucht, ob der Einsatz eines fäkalen immunochemischen Tests (FIT) den Compliance-Mangel beheben hilft, ohne die diagnostische Trefferquote zu vermindern (Gastroenterology 2014; 147: 1021-1030).

Dazu verteilten die Forscher 1566, im Mittel 51 Jahre alte Angehörige ersten Grades von Darmkrebs-Patienten nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen.

784 Probanden wurde über drei Jahre hinweg einmal jährlich ein FIT angeboten, wobei Ergebnisse = 10 µg Hämoglobin pro Gramm Fäzes eine Koloskopie nach sich zogen. Die anderen 782 konnten sich einmalig einer Koloskopie unterziehen.

Einmal einer Gruppe zugelost, durften die Teilnehmer sich aber auch für die alternative Methode entscheiden. Um die Rate an falsch-negativen Ergebnissen in der FIT-Gruppe zu eruieren, lud man Teilnehmer mit negativem FIT am Studienende zur Koloskopie ein.

Die Intention-to-screen-Analyse aller Patientendaten ergab für die FIT-Gruppe eine Entdeckungsrate für fortgeschrittene Neoplasien (Adenome = 10 mm; solche mit tubulovillöser oder villöser Struktur bzw. hochgradiger Dysplasie; intramukosale Karzinome; invasive Karzinome) von 4,2 Prozent. In der Koloskopie-Gruppe erreichte der Wert 5,6 Prozent.

Die Differenz war statistisch nicht aussagekräftig. Die Per-Protokoll-Analyse, in die nur die Angaben von Patienten eingingen, die das ihnen zugeteilte Screening-Verfahren tatsächlich in Anspruch genommen hatten, ergab Raten von 3,9 und 5,8 Prozent. Auch dieser Unterschied war nicht signifikant.

Aus dem Verhältnis der Resultate der Follow-up-Koloskopie von FIT-negativen Probanden zur Zahl aller FIT-Probanden, die fortgeschrittene Neoplasien aufwiesen, errechnete sich für den Test eine Sensitivität von 61 Prozent. Damit fällt der FIT bei 39 Prozent der Patienten, die solche Neoplasien in sich tragen, fälschlich negativ aus.

Quintero und seine Kollegen geben hier aber zu bedenken, dass die Konversionsrate zum Karzinom für Adenome von mehr als einem Zentimeter Durchmesser bei etwa 1 Prozent pro Jahr liegt.

Ein jährlich vorgenommener FIT könne es also ermöglichen, die meisten fortgeschrittenen Adenome bei einem der Folgescreenings zu erkennen, bevor sie maligne entarten.

Keine optimale Compliance

Eine optimale Compliance wurde für den FIT nicht erreicht. Nur rund 37 Prozent der Teilnehmer, die dem Test zugeteilt waren und dem auch zustimmten, nahmen an allen drei der jährlichen Screenings teil. Dennoch unterschieden sich die Detektionsraten nicht wesentlich von jenen der Koloskopie.

Bei einer Spezifität von 91 Prozent reduzierte der FIT in der Studie den endoskopischen Aufwand: Um ein fortgeschrittenes Neoplasma zu diagnostizieren, mussten in der FIT-Gruppe vier, in der Koloskopie-Gruppe 18 Patienten koloskopiert werden.

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Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

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