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Luxation

Erstmals ausgekugelte Schulter chirurgisch stabilisieren

Bei jungen Sportlern lässt sich eine Luxation der Schulter beim ersten Mal am besten chirurgisch stabilisieren.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Die Reluxationsrate nach primärer arthroskopischer Stabilisierung der Schulter beträgt 16 Prozent.

Die Reluxationsrate nach primärer arthroskopischer Stabilisierung der Schulter beträgt 16 Prozent.

© psdesign1/fotolia.com

BERLIN. Schulter-Erstluxationen bei jungen Sportlern sollten primär chirurgisch versorgt werden, ohne vorhergehenden konservativen Therapieversuch.

Dies ermöglicht eine rasche Wiedereingliederung in das Training bei vergleichsweise niedriger Reluxationsrate.

Die Reluxationsrate junger Patienten nach traumatischer Schulter-Erstluxation liegt nach konservativer Therapie mit Ruhigstellung, egal ob in Innen- oder Außenrotation, bei etwa 25 Prozent. Die Reluxationsrate nach primärer arthroskopischer Stabilisierung beträgt 16 Prozent.

Das geht aus den Siebenjahresergebnissen einer Studie an der Sportklinik Stuttgart hervor, die Dr. Christian Schoch aus Pfronten beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) in Berlin vorgestellt hat.

Studie mit 63 Sportlern

Eingeschlossen worden waren 63 Sportler im Alter zwischen 16 und 30 Jahren mit Schulter-Erstluxation und ventrokaudaler Instabilität, Typ B2 nach Gerber ohne Begleitverletzungen.

Nach arthroskopischer Kapsel-Labrum-Stabilisierung erfolgte die dreiwöchige Nachbehandlung mit einem Abduktionskissen, nach sechs Wochen war die Schulterfunktion komplett freigegeben worden.

Im Durchschnitt nach fünf Monaten durften die Patienten ihren Sport wieder ausüben. Es handelte sich vor allem um Skifahrer / Snowboarder, Ringer und Judoka, Fuß- und Handballer.

Insgesamt 55 Patienten konnten sieben Jahren postoperativ nachuntersucht werden. 75 Prozent der Sportler waren nach der Op wieder in den (Leistungs-) Sport zurückgekehrt, weitere 16 Prozent blieben sportlich aktiv, allerdings nicht mehr im Leistungssport oder einer Risikosportart.

Spontanluxationen traten nicht auf. Bei adäquatem Trauma reluxierten die Schultern bei sieben Patienten innerhalb der ersten zwei Jahre postoperativ (12,3 Prozent) sowie bei zwei weiteren Patienten bis zum fünften postoperativen Jahr. Ein Patient erlitt zwei Reluxationen bis zum Kontrolltermin nach sieben Jahren.

Bei nur drei Patienten seien erneut chirurgische Stabilisierungsmaßnahmen erforderlich gewesen, betonte Schoch.

Auch sieben Jahre später zufrieden

Er verwies zudem auf Ergebnisse des erhobenen Constant-Scores zur Bewertung der Schulterfunktion, die ab dem zweiten postoperativen Jahr konstant hoch und durchschnittlich bei über 95 Punkten lagen.

Die Resultate des Rowe-Scores fielen ähnlich gut aus. 90 Prozent der Studienteilnehmer waren auch nach sieben Jahren zufrieden mit dem Behandlungsergebnis.

Diese Ergebnisse entsprächen im Wesentlichen jenen anderer Arbeitsgruppen mit Nachuntersuchungszeiträumen von bis zu zehn Jahren, so Schoch.

Je länger die Operation zurückliege, desto unwahrscheinlicher werde ein Reluxationsereignis.

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