Empfehlung für alle Erwachsenen

Expertenrat in Israel rät zur vierten Corona-Impfdosis

Das Team zur Epidemiebekämpfung in Israel spricht sich für eine vierte Impfdosis gegen COVID-19 aus. Einen solchen zweiten Booster sollten alle Erwachsene des Landes bekommen, deren erster Booster mehr als fünf Monate zurückliegt.

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Corona-Impfung in Israel: Bei den meisten Einwohnern das Landes liegt die dritte Impfung schon mehr als fünf Monate zurück.

Corona-Impfung in Israel: Bei den meisten Einwohnern das Landes liegt die dritte Impfung schon mehr als fünf Monate zurück.

© Melinda Nagy / stock.adobe.com

Tel Aviv. Ein israelischer Expertenrat hat am Dienstag eine vierte Impfung gegen das Coronavirus für alle Landesbewohner ab 18 Jahren empfohlen. Die Nachrichtenagentur „dpa“ zitiert dazu aus einer Mitteilung des israelischen Gesundheitsministeriums. Danach gilt die Empfehlung für Erwachsene, die vor mehr als fünf Monaten die Booster-Impfung erhalten haben oder vor diesem Zeitraum genesen sind.

Der Expertenrat, das sogenannte Team zur Epidemiebekämpfung, besteht unter anderem aus Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums, Vertretern der Krankenkassen sowie Wissenschaftlern.

„Drei- bis fünfmal höherer Schutz gegen schwere Verläufe“

„Die Entscheidung wurde angesichts positiver Ergebnisse getroffen, die einen drei- bis fünfmal höheren Schutz gegen schwere Erkrankungen nach der vierten Impfdosis zeigten“, hieß es in der Mitteilung.

Der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus sei bei vierfach Geimpften doppelt so hoch wie bei dreifach Geimpften. Die Empfehlung muss noch vom Generaldirektor des Gesundheitsministeriums gebilligt werden.

In Israel haben bereits mehr als 600.000 Menschen eine vierte Impfdosis erhalten. Bisher galt die Empfehlung nur für über 60-Jährige, Immungeschwächte und medizinisches Personal.

Aber auch zweiter Booster schützt offenbar nicht ideal

Die vierte Impfung mit einem herkömmlichen mRNA-Impfstoff scheint aber auch nicht komplett vor Omikron-Erkrankungen zu schützen. Das legen zumindest Presseberichte aus der vergangenen Woche mit Zitaten der Infektiologin Dr. Gili Regev-Yochay vom Sheba Medical Center bei Tel Aviv nahe.

Die Public-Health-Expertin hatte im Gespräch mit Journalisten ihre Sicht der (bisher unpublizierten) Ergebnisse aus einer Studie zur vierten Impfung mit 274 Klinikmitarbeitern vorgestellt.

Der zweite Booster habe die Antikörper-Titer zwar erhöht, und zwar „sogar ein bisschen stärker als der erste Booster“, so Regev-Yochay. Das sei aber wahrscheinlich nicht genug für Omikron. „Wir wissen jetzt, dass die Höhe der Antikörpertiter, die für einen Schutz vor Omikron nötig ist, wahrscheinlich zu hoch ist für einen Impfstoff, und zwar auch für einen guten Impfstoff“.

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Nur mit Auffrischimpfung bleibt der Impfschutz gültig

Israel befindet sich nach Einschätzung von Experten auf dem Höhepunkt der Omikron-Welle. Mehr als 580.000 der gut neun Millionen Bürger sind gegenwärtig mit dem Coronavirus infiziert. Am Dienstag teilte das Gesundheitsministerium mit, es seien binnen 24 Stunden erneut mehr als 83.000 weitere Fälle registriert worden.

Nur 63 Prozent der 9,4 Millionen Landesbewohner gelten noch als vollständig geimpft. In Israel werden dazu zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Auffrischungsimpfung gezählt. 29 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei acht Prozent ist die Gültigkeit der Impfung abgelaufen. (dpa/eis)

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