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Fibromyalgie-Patienten haben eine veränderte Schmerzverarbeitung

Fibromyalgie ist keine eingebildete Krankheit. Per fMRT ist eine veränderte Schmerzverarbeitung darstellbar.

Von Michael Hubert Veröffentlicht:

WIESBADEN. Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom (FMS) leiden unter den Symptomen, oft müssen sie auch noch damit klarkommen, nicht ernst genommen zu werden. Dabei sind ihre Schmerzen nicht eingebildet: Bei FMS ist die Schmerzverarbeitung gestört. Das hat eine Studie mit funktioneller MRT (fMRT) ergeben.

Wie sieht die Schmerzverarbeitung aus? © S Kaulitzki / fotolia.com

Wie sieht die Schmerzverarbeitung aus? © S Kaulitzki / fotolia.com

© S Kaulitzki / fotolia.com

Aktiviert: Temporallappen des frontalen Cortex

Dazu wurden Patienten mit FMS, Rheumatoider Arthritis oder Gesunde einem experimentellen Schmerz ausgesetzt. Die Schmerzintensität wurde per visueller Analogskala ermittelt, die Schmerzverarbeitung per fMRT dargestellt, berichtete Professor Christoph Baerwald aus Leipzig. Die Ergebnisse: "Nur bei FMS-Patienten zeigte sich eine Aktivierung im Temporallappen des frontalen Cortex", so der Rheumatologe. Weiter sei bei FMS-Patienten eine Beziehung zwischen der Hirnaktivität während der Schmerzantizipation und der Stärke des folgenden erfahrenen Schmerzes im Bereich des cingulären Cortex nachweisbar gewesen.

Zwar stimme die Schmerzsituation der Studie - es wurde eine Hautinzision gesetzt - nicht mit dem typischen chronischen Schmerz bei FMS überein, so Baerwald. Dennoch konnten wichtige Informationen über die Schmerzverarbeitung gewonnen werden. Und diese Informationen stützen die These, dass bei Patienten mit Fibromyalgie eine Änderung der zentralen Schmerzverarbeitung vorliegt.

Baerwald berichtete in Wiesbaden auch von medikamentösen Therapieoptionen bei FMS, speziell über eine Metaanalyse mit Antidepressiva. Danach erscheinen besonders Trizyklika geeignet, denn sie haben deutliche Effekte auf Schmerzen, Fatigue und Schlafstörungen. SNRI hatten leichtere Effekte auf Schmerzen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, SSRI und MAO-Hemmer nur auf die Schmerzen.

Milnacipran in USA bei Fibromyalgie zugelassen

In den USA sei nun Milnacipran bei FMS zugelassen, sagte Baerwald. Das besondere an diesem SNRI sei seine dreimal stärkere Wirksamkeit auf Noradrenalin im Vergleich zu Serotonin. In einer Studie habe Milnacipran nach 15 Wochen in Bezug auf Schmerzen, Kognition und Funktion deutlich besser abgeschnitten als Placebo.

Lesen Sie auch: Rheuma plus Fibromyalgie - Komorbidität gibt Rätsel auf Schmerzmuster bestimmt die Therapie

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