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Fünf Minuten für ein Screening auf neuropathischen Schmerz

BREMEN (grue). Die Frage, ob bei Patienten mit chronischen Lumbalgien eine gemischte Schmerzform mit nozizeptiver und neuropathischer Komponente vorliegt, läßt sich mit einem neuentwickelten Fragebogen offenbar gut beantworten.

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Die Unterscheidung zwischen rein nozizeptiven Rückenschmerzen und einer komplexen Lumboischialgie mit neuropathischem Anteil ist wichtig, weil Patienten mit einer solchen gemischten Schmerzform ("Mixed-Pain-Syndrome") anders behandelt werden müssen.

Darauf hat Professor Ralf Baron aus Kiel bei einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer zum Schmerzkongreß in Bremen hingewiesen. Allerdings erweist sich die Diagnostik oft als schwierig, da zum Beispiel die bei bildgebenden Untersuchungen gefundenen strukturellen Schäden nicht mit dem Ausmaß klinischer Symptome korrelieren.

Bei dem von Pfizer unterstützten Projekt painDetect™ wurde deshalb ein Schmerzfragebogen für das Screening auf neuropathische Schmerzen entwickelt und in ausgesuchten schmerztherapeutischen Zentren validiert.

Die Patienten müssen für dieses Screening Schmerzintensität und Schmerzmuster angeben sowie sieben weiterführende Fragen zur Schmerzcharakteristik beantworten. Eine klinische Untersuchung ist für dieses erste Screening nicht nötig.

"In etwa fünf Minuten ist der zweiseitige Bogen ausgefüllt und das Ergebnis kann sofort abgelesen werden", berichtete Dr. Rainer Freynhagen aus Düsseldorf. Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen sei es so mit einer Sensitivität und Spezifität von über 88 Prozent möglich gewesen, eine neuropathische Komponente aufzudecken.

Gegen solche Schmerzanteile seien dann nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) kaum wirksam, sondern Antikonvulsiva und Antidepressiva, bei starken Beschwerden auch langwirksame Opioide, erinnerte Freynhagen.

Für Patienten mit Lumboischialgien mit neuropathischer Komponente komme daher eine Kombinationstherapie in Frage, zum Beispiel aus NSAR plus Pregabalin (Lyrica®), das außer bei Epilepsie auch bei peripheren neuropathischen Schmerzen zugelassen ist.

In kontrollierten Studien zu diabetischer Polyneuropathie und postherpetischer Neuralgie sei das Antikonvulsivum Placebo klar überlegen gewesen, sagte Freynhagen. Selbst bei einer Langzeittherapie träten zudem keine Toleranzphänomene auf.

Der painDetect-Fragebogen ist über den Pfizer-Außendienst erhältlich.

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