Neue Bildgebung

Fußkamera macht Rheumaherde sichtbar

Rheumaherde innerhalb von Minuten erkennen: Das soll mit einer Fußkamera gelingen, die die Blutzirkulation im Vorderfuß sichtbar macht.

Veröffentlicht: 16.10.2019, 15:17 Uhr
Fußkamera macht Rheumaherde sichtbar

Links: Aufnahme des künstlichen Fußes, an dem Forscher die Funktionstüchtigkeit des Fußkamera-Prototypen überprüft haben. Rechts: Aufnahmen mit einem bereits etablierten Handscanner. Sie zeigen die unterschiedliche Verteilung von Kontrastmittel in den Händen eines Gesunden (oben) und eines Rheumapatienten (unten).

© Physikalisch-Technische Bundesanstalt

Berlin. Eine Fußkamera, mit der sich die Blutzirkulation im Vorderfuß sichtbar machen lässt und so Ärzten dabei hilft, rheumatische Erkrankungen schneller zu diagnostizieren, haben Forscher aus Deutschland entwickelt.

Dabei nutzt die Kamera die Fluoreszenz-Bildgebung: Dem Patienten wird das Kontrastmittel Indocyaningrün injiziert. Anschließend wird mithilfe der Fußkamera der Blutfluss in den oberflächlich verlaufenden Gefäßen der Zehengelenke sichtbar gemacht.

Untersuchung in wenigen Minuten

Als Lichtquellen für die Fluoreszenzanregung werden LEDs im nahinfraroten Spektralbereich verwendet, und mehrere Kameras erfassen die Gefäße an den Fußober- und -unterseiten.

Die Untersuchung dauere nur wenige Minuten und sei schmerz- und nebenwirkungsfrei, berichtet die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), die die Kamera gemeinsam mit dem Unternehmen Xiralite entwickelt hat.

Mit dem Verfahren sollen Rheumaherde früher als mit einem Röntgengerät und preiswerter als mit einem Kernspintomografen entdeckt werden. Schließlich gilt: Je zügiger Diagnose und Therapie stattfinden, desto eher können bleibende Schäden an Gelenken und Knochen vermieden werden.

Funktionstüchtigkeit bewiesen

Die neue Fußkamera könne aber auch neben rheumatischen Erkrankungen als Diagnosewerkzeug für Diabetes mellitus und das diabetische Fußsyndrom genutzt werden, heißt es in der Mitteilung weiter.

Hier kann ja die frühzeitige Erkennung von Durchblutungsstörungen helfen, den Gesundheitszustand der Patienten zu verbessern. Möglicherweise lasse sich dadurch auch die Zahl der Amputationen reduzieren.

Der Prototyp habe seine Funktionstüchtigkeit bereits in umfangreichen Tests an einem Fußmodell bewiesen und solle nun für eine erste klinische Erprobung vorbereitet werden. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (eb)

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