Direkt zum Inhaltsbereich

Herzfehler bei 6000 Kindern pro Jahr diagnostiziert

FRANKFURT AM MAIN (ars). Im Jahr 2006 wurden in hessischen Kliniken 587 Menschen wegen eines angeborenen Herzfehlers operiert. 40 Prozent der Patienten waren unter 15 Jahre alt.

Veröffentlicht:

Darauf hat die Techniker Krankenkasse in Frankfurt zum Tag des herzkranken Kindes am 5. Mai hingewiesen. Nochmals etwa die gleiche Zahl von Eingriffen wurde mit Herzkatheter vorgenommen. Allein im Kinderherzzentrum Gießen habe es im Jahr 2006 über 300 Kathetereingriffe gegeben, bei 166 davon wäre früher noch eine Herz-Lungen-Maschine notwendig gewesen, berichtete Professor Dietmar Schranz, Leiter des Kinder-Herz-Zentrums der Universität Gießen.

Herzfehler sind die häufigsten aller angeborenen Erkrankungen: Jährlich kommen in Deutschland etwa 6000 Kinder mit dieser Diagnose zur Welt. Zwei Drittel von ihnen müssen mindestens einmal am offenen Herzen operiert werden. Kinder, deren Herzfehler erfolgreich korrigiert wurde, könnten meistens ohne große Einschränkungen leben, sagte Schranz. 85 bis 90 Prozent dieser Patienten erreichen das Erwachsenenalter.

Fehlbildungen am Herzen bedeuten nicht unbedingt krank zu sein.

Angeborene Herzfehler betreffen häufig die Herzwände oder -klappen oder eines der großen Blutgefäße. Manchmal ist sogar nur eine Herzhälfte vorhanden. "Ein angeborener Herzfehler ist jedoch nicht prinzipiell mit herzkrank gleichzusetzen", sagte Schranz. Bei rechtzeitiger Diagnose und, falls notwendig, vorbeugender Behandlung lasse sich eine Folgeerkrankung meist verhindern.

Die häufigsten Herz- und Gefäßfehlbildungen entstehen bereits in den ersten Schwangerschaftswochen. Eine genaue Ursache ist aber meist nicht zuzuordnen, nur wenige der Fehlbildungen werden vererbt.

"Je früher ein Herzleiden diagnostiziert wird, desto besser stehen die Heilungschancen", so der Kinderkardiologe. Aber längst nicht alle Herzfehler werden vor der Geburt erkannt. Auch sind die Symptome bei Säuglingen meist nicht spezifisch für einen Herzfehler.

Für Eltern seien viele der mit dem Herz verbundenen Auffälligkeiten, wie vermehrtes Schwitzen und Trinkschwäche bei Säuglingen oder das Vermeiden von Belastung bei Kleinkindern, nicht leicht erkenn- und interpretierbar. Deswegen sei es unerlässlich, dass ein Arzt in regelmäßigen Abständen die Körperfunktionen des Kindes untersucht und dass zumindest einmal in der Kindheit der Blutdruck an Armen und Beinen verlässlich gemessen werde.

Die Techniker Krankenkasse rät deshalb, die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen für Kinder (U 1 bis U 10) wahrzunehmen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Komplikationsmanagement

Typ-2-Diabetes macht besonderen Schutz für Niere und Herz erforderlich

Pseudoresistenzen

Therapieresistente Hypertonie ist oft gar keine

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Lesetipps
Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter