Osteoporose

Ibandronat schützt Frauen auch vor nicht-vertebralen Frakturen

MÜNCHEN (sir). Das Bisphosphonat Ibandronat verringert bei Frauen mit Osteoporose und hohem Frakturrisiko offenbar nicht nur die Rate der vertebralen, sondern auch der non-vertebralen Frakturen. Das hat jetzt die gepoolte Datenanalyse aus vier großen Studien ergeben.

Veröffentlicht: 23.01.2008, 05:00 Uhr

In Deutschland haben 39 Prozent aller Frauen und nahezu zehn Prozent aller Männer über 50 Jahren eine Osteoporose, erinnerte Professor Peyman Hadji aus Marburg. Viele der Betroffenen seien medizinisch jedoch erheblich unterversorgt. Die Behandlung bestehe meist nur aus Analgetika. Eine krankheitsspezifische Therapie wie eine Behandlung mit Bisphosphonaten erhalten nach Angaben des Experten lediglich 22 Prozent der Patienten.

Der Nutzen von Bisphosphonaten bei Osteoporose ist bereits in vielen Studien nachgewiesen worden. "Ibandronat etwa senkt nicht nur das Risiko für vertebrale, sondern auch für non-vertebrale Frakturen signifikant, wenn man die Patientinnen richtig auswählt", meinte Hadji auf einer Veranstaltung der Unternehmen GlaxoSmithKline und Roche Pharma.

Er präsentierte eine Analyse von Daten aus der Placebo-kontrollierten BONE-Studie. Bei Frauen, die am Schenkelhals bei der Knochendichtemessung einen T-Score unterhalb von minus 3 aufwiesen, reduzierte Ibandronat das relative Frakturrisiko an dieser Stelle um 69 Prozent. Der T-Score ist die Standardabweichung von der durchschnittlichen Knochendichte eines jungen gesunden Erwachsenen.

Außerdem habe kürzlich eine Analyse der zusammengefassten Daten aus vier Studien die gute Wirksamkeit des Bisphosphonates Ibandronat (Bonviva®) bestätigt, sagte Hadji. Bei ausreichend hoher Dosierung des Medikaments, wie sie bei den in Deutschland zugelassenen Darreichungsformen als Monatstablette mit 150 mg und als vierteljährliche Injektion mit 3 mg des Wirkstoffs gegeben ist, verringerte Ibandronat das allgemeine Frakturrisiko um rund 29 Prozent. Und das Risiko für non-vertebrale Frakturen ist um 30 Prozent im Vergleich zu Placebo gesenkt worden, wie Hadji berichtete.

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