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Urlaub in der Ferne

Impf-Tipps für reiselustige Senioren

Immer mehr Menschen begeben sich auch im Ruhestand noch auf Fernreisen. Die richtigen Reiseimpfungen tragen zu einer unbeschwerten Zeit bei.

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Bevor es in den Urlaub geht, sollten ältere Menschen sich über nötige Impfungen beraten lassen.

Bevor es in den Urlaub geht, sollten ältere Menschen sich über nötige Impfungen beraten lassen.

© philipus / stock.adobe.com

WITTEN/HERDECKE. Die reisemedizinische Beratung bietet zunächst eine günstige Gelegenheit, um die Gültigkeit der empfohlenen Standardimpfungen zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu ergänzen.

Gerade während des Urlaubs ist beispielsweise das Verletzungsrisiko erhöht und ein ausreichender Tetanusschutz unabdingbar, schreiben der Geriater Dr. Hans-Jürgen Heppner, Universität Witten/Herdecke und seine Koautoren (Internist 2018; 59: 205–212).

Geht die Reise in tropische oder subtropische Länder, muss berücksichtigt werden, dass in diesen Breiten die Influenza ganzjährig auftritt. Ein besonders hohes Expositionsrisiko für Influenza besteht bei Kreuzfahrten, Gruppenreisen, längeren Bahn- und Busreisen sowie für Mekkapilger.

Die Schutzwirkung einer Influenzaimpfung liegt bei über 65-Jährigen nur bei etwa 60 Prozent (bei Jüngeren: 80–90 Prozent). Um die Wirkung zu steigern sind ab 65 Jahren adjuvantierte Impfstoffe zugelassen (MMW Fortschritte der Medizin 2017; 11(159): 50–54). Auch ein erhöhter Antigengehalt kann den Grippeschutz bei Senioren verbessern.

Empfehlungen je nach Reiseziel

Bei Reisen in tropische oder subtropische Länder muss berücksichtigt werden, dass in diesen Breiten die Influenza ganzjährig auftritt.

Da die Hepatitis A bei älteren Menschen häufig einen schweren Verlauf nimmt, gilt in dieser Altersgruppe die Impfempfehlung für Gegenden südlich der Alpen und östlich der Oder.

Da die Hepatitis A bei älteren Menschen häufig einen schweren Verlauf nimmt, gilt in dieser Altersgruppe die Impfempfehlung für Gegenden südlich der Alpen und östlich der Oder. Generell indiziert ist die Impfung gegen Hepatitis A bei Reisen nach Afrika, Asien oder Südamerika.

Bei längeren Reisen wird zudem zur Hepatitis-B-Impfung geraten.

Für Personen über 50 Jahre, die nach Indien und Nepal reisen, wird wegen des erhöhten Infektionsrisikos in diesen Ländern und einem möglicherweise schwereren Verlauf eine Grundimmunisierung gegen die Japanische Enzephalitis empfohlen.

Je nach Reiseziel und -art sind darüber hinaus auch Impfungen gegen Typhus und Tollwut in Erwägung zu ziehen.

Zur Gelbfieberimpfung raten die Impfexperten Menschen über 60 Jahre nur bei erheblicher und unvermeidbarer Infektionsgefahr. Denn in dieser Altersgruppe besteht ein erhöhtes Risiko für schwere vakzineassoziierte Erkrankungen wie Yellow fever vaccine-associated neurotropic disease (YEL-AND) und Yellow fever vaccine-associated viscerotropic disease (YEL-AVD).

Diese sind zwar selten, doch bei der YEL-AVD wurden Mortalitätsraten von bis zu 60 Prozent beobachtet.

Da ältere Teilnehmer von den meisten Studien ausgeschlossen sind, existieren bisher nur wenige Daten von Senioren zur Immunantwort auf Reiseimpfungen. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Antikörperbildung beispielsweise nach einer Hepatitis-A-Impfung bereits im mittleren Alter gegenüber jüngeren Menschen herabgesetzt ist. (St/ikr)

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