Kinderwunsch

In-vitro-Fertilisation: Tendenziell mehr Einlingsschwangerschaften

Die Reproduktionsmediziner ziehen eine positive Bilanz ihrer Aktivitäten im vergangenen Jahr, wollen Patientinnen dennoch noch stärker aufklären und Mehrlingsschwangerschaften verhindern.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
In-vitro-Fertilisation: Tendenziell mehr Einlingsschwangerschaften

Beim Kinderwunsch fragen immer mehr Frauen über 40 reproduktionsmedizinischen Beistand nach.

© Natalie Neomi Isser / SZ Photo / picture alliance

Düsseldorf. Bis Ende vergangenen Jahres sind in Deutschland insgesamt 340.053 Kinder nach In-vitro-Fertilisationszyklen geboren worden. Der Anteil der Frühgeburten bei Einlingen beträgt lediglich noch 10,9 Prozent, bei Zwillingen allerdings 57,6 Prozent und bei Drillingen sogar 97,6 Prozent.

Das mittlere Alter der Patientinnen, die sich beim Kinderwunsch reproduktionsmedizinisch unterstützen lassen, steigt seit 2017 kontinuierlich an und liegt nunmehr bei 35,6 Jahren. Das mittlere Alter der Partner liegt stabil bei 38,5 Jahren.

Assistierte reproduktionsmedizinische Techniken sind mittlerweile eine sehr sichere Behandlungsmethode. Das früher häufiger aufgetretene Überstimulationssyndrom liegt lediglich noch bei 0,3 Prozent. Weitere Komplikationen wie Blutungen liegen bei 0,8 Prozent.

Diese Zahlen gehen aus dem Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers (DIR) für 2020 hervor. Für 2020 verzeichnet das IVF-Register 139 Mitgliedszentren, 134 nahmen an der Befragung für das Jahrbuch 2020 teil.

Noch dominieren Frischzyklen

Insgesamt 62 .431 Frauen durchliefen 2020 im Schnitt 1,9 Zyklen. Der Anteil der Frischzyklen (IVF, ICSI, IVF/ICSI) liegt laut DIR zusammen bei etwa 58 Prozent. Der Anteil der Auftauzyklen nach Kryokonservierung nimmt stetig zu und liegt nunmehr bei 29,5 Prozent. Damit stehen zwei Frisch- einem Auftauzyklus gegenüber, so das DIR.

Die Schwangerschaftsraten pro Embryotransfer nach Frischzyklen seien 2020 leicht auf 31,9 Prozent (Vorjahr 32,7 Prozent) gesunken. Die Geburtenrate des Jahres 2020 nach Frischtransfer sei mit 23,3 Prozent stabil im Vergleich zum Vorjahr (23,5 Prozent pro Transfer).

Schwangerschafts- und Geburtenraten seien in erster Linie altersabhängig. Während Frauen mit 35 Jahren eine Schwangerschaftsrate von 38,8 Prozent und eine Geburtenrate von 30 Prozent aufwiesen, hätten Frauen ab 40 lediglich eine Schwangerschaftsrate von 18,9 Prozent und eine Geburtenrate von 10,6 Prozent pro Embryotransfer.

Die größte Gruppe bei den Patientinnen entfalle auf die zwischen 35 und 39 Jahren. Der Anteil der Patientinnen älter als 40 nehme jedoch stetig zu.

Anteil der Einlinge erstmals über 80 Prozent

Die Ziele der Kinderwunschmedizin sind nach Aussage von Professor Jan-Steffen Krüssel, Vorstand des Deutschen IVF-Registers, eigentlich einfach: „Wir möchten ein gesundes Kind einer gesunden Mutter.“. Dazu wollen die Reproduktionsmediziner die Mehrlingsschwangerschaften auch durch eine bessere Aufklärung der Paare deutlich reduzieren.

Erstmalig sei 2020 der Anteil der Einlinge über 81 Prozent gestiegen und der Anteil der Mehrlinge auf 18,3 Prozent gesunken – vor zwei Jahren habe dieser noch 22,0 Prozent betragen.

Mehr zum Thema

Sozialpsychologie

Wie die erste Schwangerschaft das psychische Wohlbefinden beeinflusst

Online-Umfrage

Sind Schwangere mit Vorerkrankungen in Deutschland gut versorgt?

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Den Herausforderungen mit Hopfenextrakt begegnen

© Pixelrohkost / stock.adobe.com

Arztinformation – Hilfe für Patientinnen in den Wechseljahren

Den Herausforderungen mit Hopfenextrakt begegnen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Procter & Gamble Health Germany GmbH, Schwalbach am Taunus
Abb. 1: Wichtige Signalwege und Angriffspunkte für eine zielgerichtete Therapie beim Mammakarzinom

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [3]

Molekularpathologische Diagnostik

Welche Tests sind wichtig beim Mammakarzinom?

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht

Lesetipps
Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist

Eine Pillenbox gefüllt mit Medikamenten.

© Mouse family / stock.adobe.com

Tipps aus der Medizin, Pflege und Pharmazie

Wie sich die Adhärenz bei oraler Tumortherapie steigern lässt

Pertussis: Auch die Großeltern impfen?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Pertussis: Auch die Großeltern impfen?